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Dichtkunst und Tod – Wie soll mit literarischem Nachlass umgegangen werden?

 

Ein bedeutsames Werk schaffen – das ist das Ziel vieler Autoren und Intellektueller. Sobald ein solches aber vorliegt, stellen sich Fragen: Was passiert beim Tod des Urhebers? Wie kann und soll der Nachlass der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen? In dieser Angelegenheit erheben viele Protagonisten ihre Stimme.

Die Nachlasspolitik von Schriftstellern umfasst Extreme. Der früh verstorbene Kafka ordnete beispielsweise die Vernichtung seiner sämtlichen Werke an, während Goethe als einer der Ersten überhaupt ein Nachlassbewusstsein entwickelte. In hohem Alter verfügte er über ein umfangreiches Archiv, das auf sein Nachleben ausgerichtet war. Er strebte die Gesamtausgabe seiner Schriften an, was sein ihm vertrauter Verleger wunschgemäß umsetzte.

Das Nachleben jung verstorbener Schriftsteller gestaltet sich unterschiedlich – je nachdem, ob sie Kultstatus erreicht haben und ob sich Erben, Fans oder Verlage für sie einsetzen. Umgekehrt ist ein langes Schriftstellerleben kein Garant dafür, dass ein Werk posthum Geltung erlangt. In ihrem Vortrag warf Sandra Richter einen wissenschaftlichen Blick auf die literarische Nachlasspolitik. Sie ging insbesondere darauf ein, wie Schriftsteller mit dem Ende ihrer Produktivität, ihren Hinterlassenschaften und ihrem prospektiven Nachleben umgehen.

Referentin
Sandra Richter ist Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Stuttgart und Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Nach dem Studium der Germanistik, Politikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie promovierte sie mit einer Arbeit über die Hugenotten als Literaturvermittler im 18. Jahrhundert. In Hamburg erfolgte ihre Habilitation über Poetiken von Novalis bis Rilke.

39. Bertha-Benz-Vorlesung
16. Juli 2024
Foyer der SRH Hochschule
Heidelberg


Referentin:
Prof. Dr. Sandra Richter
Direktorin
Deutsches Literaturarchiv Marbach