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Unter Forum Forschung fasst die Stiftung diverse Fördervorhaben zusammen. Dazu zählen wissenschaftliche Tagungen und Forschungsprojekte in kleinerem Umfang. Die Förderung erfolgt häufig in Kooperation mit anderen Stiftungen und Einrichtungen.

 
 

Was macht den Unterschied zwischen Angst und Furcht aus?

 
 

In einem von der Stiftung geförderten Forschungsprojekt untersuchen Wissenschaftler mit Methoden der virtuellen Realität die grundlegenden Unterschiede zwischen Angst und Furcht. Zielsetzung ist es, neue biologische Erkenntnisse über diese beiden Primäremotionen zu gewinnen und therapeutische Maßnahmen für die Behandlung von Angststörungen, Panikattacken und Phobien abzuleiten.

Angst und Furcht entstehen in der Konfrontation mit negativen Reizen und Umweltbedingungen. Wenn Menschen oder Tiere einer bedrohlichen Situation entfliehen, sprechen Psychologen von Furcht; zum Beispiel, wenn ein Angreifer plötzlich hinter einem Gebüsch hervorspringt. Handelt es sich hingegen um die Emotion Angst, will man sich einer unangenehmen Situation – etwa einer Prüfung – dennoch nähern. Aus evolutionärer Sicht scheint die Furcht für das Überleben der Spezies die relevantere Emotion zu sein, da nur Angst medikamentös beeinflussbar ist. Sie ist nicht unterdrückbar und führt zu drei abgestuften Verhaltensalternativen: Flucht, Totstellreflex oder Verteidigung.

An dieser Stelle bringen Wissenschaftler der Universität Bonn, Institut für Psychologie, Differentielle & Biologische Psychologie, und der Technischen Hochschule Köln, Cologne Game Lab, buchstäblich die virtuelle Realität ins Spiel. In ihrem von der Daimler und Benz Stiftung geförderten Forschungsprojekt statten sie Probanden mit einer Virtual Reality (VR)-Brille aus. Deren Aufgabe ist es, einem unterirdischen VR-Szenario - ein Labyrinth aus dunklen Gängen und Forschungslaboren, in denen bedrohliche Versuche durchgeführt werden – zu entkommen und dabei Aufgaben und Konflikte zu lösen.

Der experimentelle Aufbau eignet sich, um die Verhaltensreaktionen der Versuchspersonen zu erforschen. Kämpfen, flüchten oder verharren sie in den extrem realistisch wirkenden Gefahrensituationen? Die Forscher gleichen die Ergebnisse mit genetischen Markern und Persönlichkeitsdaten der Probanden ab. Im Verlauf des auf drei Jahre angelegten Förderprojekts wollen sie klären, ob sich mithilfe der VR-Verhaltensdaten die Unterschiede bezüglich der jeweiligen Persönlichkeitsmerkmale bei Angst und Furcht validieren lassen und ob sich das Verhalten der Testpersonen vorhersagen lässt. Darüber hinaus sollen prospektiv anatomische Unterschiede in der Gehirnstruktur untersucht werden, die auf individuelle Ausprägungen der Angst- und Furchtdimension hinweisen. Auf Basis dieser Erkenntnisse soll die Voraussetzung geschaffen werden, mittels virtueller Realität therapeutische Expositionstherapien zu entwickeln und angstmindernde Medikamente auf ihre Effektivität hin prüfen zu können.

Beteiligte Wissenschaftler:
Prof. Dr. Martin Reuter, Leiter der Abteilung Differentielle & Biologische Psychologie, Institut für Psychologie, Universität Bonn
Jonas Zimmer, M. A., Cologne Game Lab, Technische Hochschule Köln

Websites:
www.psychologie.uni-bonn.de
www.th-koeln.de