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Managemententscheidungen mit künstlicher Intelligenz

 

Wie verändert künstliche Intelligenz (KI) die Arbeitswelt von morgen? Beim Ladenburger Diskurs zum Thema „Künstliche Intelligenz in Unternehmen“ diskutierten die Teilnehmer unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Feuerriegel, wie KI-Technologien die Entscheidungsfindung von Managern in Unternehmen verändern.

Im Rahmen des Ladenburger Diskurs kamen Wissenschaftler aus der Schnittstelle von KI und Betriebswirtschaftslehre zusammen und diskutierten die Implikationen für Arbeitnehmer und die Gesellschaft. Während die künstliche Intelligenz enorme Vorteile bietet, etwa die Automatisierung von Prozessen oder präzisere Vorhersagen, birgt sie auch Herausforderungen – insbesondere in Bezug auf den Arbeitsmarkt. Derzeit ist häufig unklar, wie Mensch und Algorithmik effektiv zusammenarbeiten können.

In den wissenschaftlichen Präsentationen des Ladenburger Diskurses wurde deutlich, dass trotz Effizienzsteigerungen durch KI neue Anforderungen an die Weiterbildung und Umschulung der Arbeitnehmer gestellt werden. Ethik und Datenschutz wurden als weitere zentrale Herausforderungen diskutiert, insbesondere mit Blick auf die Fehleranfälligkeit von KI-Technologien. Unter den Teilnehmern bestand Einvernehmen, dass KI-basierte Systeme erklärbar und nachvollziehbar sein sollten. Im Unternehmensalltag fungieren sie derzeit häufig als sogenannte Black Box, wobei getroffene Entscheidungen selbst für KI-Experten unklar sind. In mehreren Vorträgen wurden methodische Ideen vorgestellt, wie durch neue mathematische Modelle verständliche und vor allem nachvollziehbare KI-Technologien entwickelt werden können. Darauf aufbauend wurden experimentelle Arbeiten diskutiert, die zeigen, dass Mensch und KI effektiv kollaborieren, wenn die Entscheidungen der Algorithmik begründet und mögliche Fehler korrigiert werden können.

Darüber hinaus wurde die Bedeutung einer allgemeinen Förderung der KI-Bildung betont, damit die Öffentlichkeit diese Technologie besser versteht und kritisch hinterfragt. Ein informiertes Verständnis kann helfen, diesbezügliche Ängste und Unsicherheiten abzubauen. Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Hochschulen wurden dazu aufgerufen, in Weiterbildungsinitiativen zu investieren und neue Bildungsprogramme zu entwickeln. Diese sollen neben technischem Wissen vor allem ethische und gesellschaftliche Implikationen vermitteln. In einer sich schnell verändernden Arbeitswelt sind Anpassungsfähigkeit und lebenslange Lernbereitschaft der Schlüssel zum Erfolg.

Als nächsten Schritt planen die Teilnehmer die Entwicklung eines Referenzlehrplans für KI-Ausbildung im Unternehmensalltag. Es soll eine Umfrage bei Unternehmen gestartet werden, um eine empirisch belegte Bedarfsanalyse zu Schlüsselkompetenzen erarbeiten zu können. Darauf aufbauend sollen Qualifikationsziele und Lerneinheiten definiert werden.

Den Abschluss des Ladenburger Diskurses bildete eine intensive Diskussion, wie die Forschung beim Thema „KI in Unternehmen“ weiterentwickelt und nachhaltig gestärkt werden kann. Diesen Austausch nahmen die Teilnehmer zum Anlass, langfristig ein neues Konferenzformat in Deutschland zu etablieren: Forscher sollen sich an der Schnittstelle zwischen KI und Management zu aktuellen technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in einem interdisziplinären Format austauschen können. Die erste Konferenz ist für das Frühjahr 2024 in München geplant.