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Beyond Nudging: Verhaltensinterventionen zur Förderung ökologischer Nachhaltigkeit in Organisationen

 

Umweltkrisen wie der Klimawandel und die Erschöpfung natürlicher Ressourcen stellen ernste Gefahren für die menschliche Gesundheit sowie für die wirtschaftliche und politische Stabilität dar. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, muss die ökologische Nachhaltigkeit in allen Gesellschaftsbereichen rasch verbessert werden. Unternehmen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie tragen einerseits zur Verschärfung ökologischer Krisen bei, indem sie zum Beispiel umweltschädliche Emissionen verursachen. Wenn sie nachhaltige Produkte und Prozesse entwickeln, können sie andererseits aber auch Teil der Lösung sein.

Damit Unternehmen langfristig ihre ökologische Leistung verbessern, muss das Thema von Beschäftigten aller Hierarchiestufen gleichermaßen unterstützt und vorangetrieben werden. Es stellt sich die Frage, durch welche Interventionen umweltfreundliches Verhalten gestärkt werden kann. Die Spanne reicht dabei von Strom und Wasser sparen am persönlichen Arbeitsplatz bis hin zu größeren Initiativen, etwa der Umsetzung umweltfreundlicher Projekte.

Trotz des wachsenden Interesses an dieser Frage seitens Forschung und Industrie ist bislang wenig darüber bekannt, welche Interventionen tatsächlich wirksam sind. Um die Forschung weiter voranzubringen und Möglichkeiten für den Transfer in die Unternehmenspraxis zu erörtern, führte der Ladenburger Diskurs am 26. und 27. Februar 2026 internationale Forscher aus Arbeits-, Organisations- und Umweltpsychologie mit Experten aus dem Management und der Nachhaltigkeitsberatung zusammen.

Der Workshop war in drei Teile gegliedert. Zunächst wurde unter dem Titel „What we already know“ wurde im Rahmen von Forschungsvorträgen und einer Gruppenarbeit der aktuelle Stand der Forschung zu Interventionen für umweltfreundliches Verhalten am Arbeitsplatz skizziert. Im zweiten Teil wurden unter der Aufgabenstellung„What we need to find out“ zentrale Themen, theoretische Grundlagen und Methoden für künftige Forschungsfelder festgehalten. Es wurde diskutiert, welche Rolle Emotionen und soziale Normen für umweltfreundliches Verhalten bei unterschiedlichen Zielgruppen spielen.

Im „Science-Practice-Transfer“ überschriebenen dritten Teil wurden schließlich Erfahrungen bei der Anwendung verschiedener Interventionen in der Unternehmenspraxis diskutiert. Im Rahmen von Gruppenarbeiten besprachen die Teilnehmer innovative Formate für einen wirksamen Transfer der Forschungserkenntnisse in praktikable Maßnahmen für Organisationen. Als Ergebnisse des Ladenburger Diskurses wurden die Erstellung eines gemeinsamen Positionspapiers festgelegt, eine Sonderausgabe in einer Zeitschrift geplant und eine Herausgeber-Gruppe für eine Publikationsreihe mit Praxisempfehlungen gebildet.

Wissenschaftliche Leitung
    • Dr. Clara Kühner, Wilhelm-Wundt-Institut für Psychologie, Universität Leipzig