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Täuschend echt? Strategien und Entlarvung von Kunstfälschungen

 

Nicht erst seit dem spektakulären, internationale Kreise ziehenden Fall Wolfgang Beltracchis um 2011 haben Kunstfälschungen sowohl die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit als auch der Experten gewonnen: Bereits 1898 gründete sich eigens ein auf die Entlarvung von Kunstfälschungen spezialisierter „Internationaler Verband von Museumsbeamten zur Abwehr von Fälschungen und unlauterem Geschäftsgebaren“. Er griff in gewisser Weise eine Initiative vorweg, die 2005 von einem deutschen Auktionator gestartet wurde, der die sogenannte „Datenbank kritischer Werke“ ins Leben rief. Sie listet Kunstwerke auf, deren Herkunft unklar oder fraglich ist und/oder an deren Echtheit gezweifelt wird. Die Datenbank, auf die nur zuvor registrierte Mitglieder des „Bundesverbandes deutscher Kunstversteigerer e. V.“ zugreifen können, wurde zwar mehrfach als bisher international einzigartig gelobt. Im Unterschied zu dem „Internationalen Verband“ ist ihre Perspektive jedoch schon aufgrund der rein auf Deutschland und primär auf den Bundesverband beschränkten Mitglieder sehr viel enger. Da Fälschungen aber auf einem international operierenden Kunstmarkt vertrieben und nicht nur in den Handel, sondern auch in Museen und Sammlungen eingeschleust werden, hatte der „Internationale Verband“ hier gegenüber seinem späteren Nachfolger einige entscheidende Vorteile. Zudem reagierte dessen Netzwerk-Struktur direkt auf die untereinander ebenfalls verwobenen Fälschungs-Akteure aus Fälschern und Händlern.

Nicht erst seit dem spektakulären, internationale Kreise ziehenden Fall Wolfgang Beltracchis um 2011 haben Kunstfälschungen sowohl die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit als auch der Experten gewonnen: Bereits 1898 gründete sich eigens ein auf die Entlarvung von Kunstfälschungen spezialisierter „Internationaler Verband von Museumsbeamten zur Abwehr von Fälschungen und unlauterem Geschäftsgebaren“. Er griff in gewisser Weise eine Initiative vorweg, die 2005 von einem deutschen Auktionator gestartet wurde, der die sogenannte „Datenbank kritischer Werke“ ins Leben rief. Sie listet Kunstwerke auf, deren Herkunft unklar oder fraglich ist und/oder an deren Echtheit gezweifelt wird. Die Datenbank, auf die nur zuvor registrierte Mitglieder des „Bundesverbandes deutscher Kunstversteigerer e. V.“ zugreifen können, wurde zwar mehrfach als bisher international einzigartig gelobt. Im Unterschied zu dem „Internationalen Verband“ ist ihre Perspektive jedoch schon aufgrund der rein auf Deutschland und primär auf den Bundesverband beschränkten Mitglieder sehr viel enger. Da Fälschungen aber auf einem international operierenden Kunstmarkt vertrieben und nicht nur in den Handel, sondern auch in Museen und Sammlungen eingeschleust werden, hatte der „Internationale Verband“ hier gegenüber seinem späteren Nachfolger einige entscheidende Vorteile. Zudem reagierte dessen Netzwerk-Struktur direkt auf die untereinander ebenfalls verwobenen Fälschungs-Akteure aus Fälschern und Händlern.

Referent
Prof. Dr. Henry Keazor, studierte Kunstgeschichte, Germanistik, Musikwissenschaft und Philosophie an den Universitäten Heidelberg und Paris (Sorbonne IV) und wurde 1996 an der Universität Heidelberg promoviert. Seit 2012 er Professor für Neuere und Neueste Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg.
 

Dialog im Museum
25. September 2025
19.00 Uhr

Referent:
Prof. Dr. Henry Keazor
Universität Heidelberg, Institut für Europäische Kunstgeschichte