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Luxus und Schönheit

 

Luxus wird oft getadelt und nicht seltener sogar verherrlicht. Aber was ist Luxus überhaupt? Diese rein deskriptive Frage spielt in den Geisteswissenschaften keine Rolle. Gegenwärtig gibt es keine Luxusforschung, die systematische Kriterien zu bestimmen versucht. Der Vortrag entwickelte jenseits aller Bewertungen einen phänomenologischen Vorschlag: Wenn jemand mit der besonderen Form eines Objekts eine ästhetische Erfahrung verbindet, kann dies Luxus darstellen.

Im Gegensatz zum ostentativen Protz entsteht Luxus durch das Besitzerlebnis. Überflüssiges und irrational Aufwendiges wird dann zum Luxus, wenn das reine Besitzen als ein Versuch erlebt wird, im Sinne Adornos „der Sklaverei der Zwecke zu entfliehen“. Dabei unterscheidet sich Luxus von Schönheit. Während dieser daran gebunden ist, dass ein Zweck ohne Zweckmäßigkeit erlebt wird, ist Schönheit an die Erfahrung einer Zweckmäßigkeit ohne Zweck geknüpft.

Referent
Lambert Wiesing studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Archäologie in Münster. Im Jahr 1989 erfolgte seine Promotion, 1996 die Habilitation in Philosophie. Seit 2001 ist er Professor für Bildtheorie und Phänomenologie am Institut für Philosophie der Universität Jena.
 

Dialog im Museum
1. Juli 2025
19.00 Uhr

Referent:
Prof. Dr. Lambert Wiesing
Lehrstuhl für Bildtheorie und Phänomenologie, Institut für Philosophie, Universität Jena