Jubiläumsfeier am 24. Juli 2026

Als am 10. November 1986 der Festakt zur Gründung der „Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung“ in Ladenburg stattgefunden hatte, war das Wetter den beiden Gründungsvorständen Prof. Dr. Gisbert zu Putlitz und Dr. Diethard Schade nicht so hold gewesen wie an diesem sonnigen Sommertag: Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Daimler und Benz Stiftung – diesen Namen trägt die Stiftung seit 2010 – feierte man am 24. Juli 2026 im Park vor dem Carl-Benz-Haus in Ladenburg ein großes Gartenfest, zu dem Freunde der Stiftung bei bestem Festtagswetter zusammenkamen.

Ganz im Sinne von „Science Streets“, dem aktuell von der Stiftung geförderten Projekt zur innovativen Wissenschaftsvermittlung, konnte man Wissenschaft bei diesem Jubiläumsfest „im Vorbeigehen“ erleben: In lockerer Atmosphäre und mit musikalischer Umrahmung der Swing-Band San Remo aus Mannheim kamen die Gäste an den verschiedenen Präsentationsständen zu ausgewählten Förderprojekten der Stiftung mit den beteiligten Wissenschaftlern direkt ins Gespräch. Prof. Dr. Jens Gerken und Mitglieder seines Forschungsteams etwa berichteten über den Entwicklungsfortschritt des Software-Werkzeugs KonCheck, das mithilfe von künstlicher Intelligenz politisch relevante Informationen einordnet sowie auf ihre Echtheit und Vertrauenswürdigkeit hin überprüft. Als anwenderfreundliche App gestaltet, soll es Menschen helfen, sich gegen politische Manipulation zu wappnen. Die Mikrobiologin Dr. Lisa Voskuhl von der Universität Duisburg-Essen zeigte an ihrem Stand eindrucksvolle Bilder und Präparate verschiedener Algenarten. Als Stipendiatin der Daimler und Benz Stiftung untersucht sie, wie Gemeinschaften aus Algen und Bakterien auf natürlichem Weg Öl abbauen.

Auf den offiziellen Festakt stimmte die zwischen den Besuchern flanierende Bertha Benz ein, in deren Rolle die Schauspielerin Angela Pfenninger geschlüpft war. Die Erfindung des Automobils, die vor 140 Jahren mit dem 1886 von Carl Benz gebauten Patent-Motorwagen Nummer 1 begann, und die weltweit als erste Fernfahrt geltende Pionierleistung seiner Ehefrau Bertha Benz stehen sinnbildlich für den Wesenskern von Wissenschaft, wie Olaf Schick, Vorsitzender des Stiftungsrats der Daimler und Benz Stiftung, in seinem Grußwort betonte: „Forschung beginnt oft so: mit einer Frage, einer Vermutung oder einer Idee, deren spätere Wirkung noch niemand kennt. Damit daraus etwas entstehen kann, braucht es Mut, Vertrauen und Unterstützung. Die Daimler und Benz Stiftung leistet seit 40 Jahren genau das.“

In seinem Rückblick auf 40 Jahre Stiftungsgeschichte unterstrich Prof. Dr. Lutz H. Gade, Vorstand der Daimler und Benz Stiftung, dass die von der Stiftung geförderten Forschungsvorhaben vor allem jene Bereiche adressieren, die man als blinde Flecken der größeren wissenschaftlichen Förderinstitutionen in Deutschland identifiziert habe. „Ich hoffe und wünsche mir, dass auch die kommenden Generationen und Vorstände die Grundsätze und Werte der Stiftung weitertragen und den klaren Fokus auf die Zukunft weiterentwickeln“, so Gade abschließend.

Die ehemalige Stipendiatin Prof. Dr. Dominika Wylezalek nahm in ihrem Festvortrag „Das Universum verbindet: Wissenschaftsfreiheit als Fundament internationaler Zusammenarbeit“ das Publikum mit auf eine historische Reise zur Entwicklung ihrer Forschungsdisziplin: „Die Astronomie ist vielleicht die älteste Wissenschaft. Sie stellt die großen Fragen der Schöpfung – nach dem Woher, Wohin und Warum.“ Die an der Universität Heidelberg lehrende Astrophysikerin beleuchtete Meilensteine astronomischer Entdeckungen – vom geozentrischen über das Kopernikanische Weltbild bis hin zu Edwin Hubble, der die Existenz von Galaxien außerhalb der Milchstraße bewies – und gab einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand. „Die Geschichte der Astronomie ist eine Geschichte der weichenden Horizonte“, zitierte Wylezalek den Astronomen Hubble. Dieses Zitat lasse sich auch übertragen auf die Menschheit, deren Geschichte ebenfalls eine der weichenden Horizonte sei. „Um diese Horizonterweiterung in den nächsten Dekaden und Jahrhunderten weiter frei vorantreiben zu können, ist die Unterstützung von unabhängiger Forschung unerlässlich. Und genau deswegen brauchen wir Forschungsförderung wie diejenige der Daimler und Benz Stiftung“, so ihr Resümee.

Daimler und Benz Stiftung –
Daimler und Benz Stiftung –
Daimler und Benz Stiftung –

Kurzportrait der Stiftung

Im Jahr 1986 gründete die Daimler-Benz AG, heute Daimler Truck AG und Mercedes-Benz Group AG, im Gedenken an die beiden Unternehmensgründer die „Gottlieb-Daimler- und Karl-Benz-Stiftung“. 2010 wurde sie in „Daimler und Benz Stiftung“ umbenannt. Sie ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts und verfügt über ein Stiftungsvermögen von ca. 126 Millionen Euro. Zurzeit stehen jährliche Fördermittel von rund 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. Der Sitz der Geschäftsstelle befindet sich im Carl-Benz-Haus im badischen Ladenburg, dem ehemaligen Wohnsitz der Familie Benz.

Satzung
126 Mio. €
Stiftungsvermögen
3,6 Mio. €
Jährliche Fördermittel
1100+
Forschungsprojekte gefördert
800+
Stipendien vergeben

Ursprung in Baden-Württemberg

Standort
Daimler und Benz Stiftung –

Geschäftsstelle

Dr.-Carl-Benz-Platz 2

68526 Ladenburg

Vorstand, Stiftungsrat und Geschäftsführung

Personen
Daimler und Benz Stiftung –

Presse­mitteilungen

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