Daimler und Benz Stiftung –
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Bertha-Benz-Vorlesung

Veranstaltungen

Pioniergeist und Engagement zeichneten Bertha Benz (1849-1944) aus. Im Jahr 1888 bewies sie gemeinsam mit ihren Söhnen zum ersten Mal die Tauglichkeit des Automobils für Fernfahrten. In diesem Sinn hat die Stiftung das Veranstaltungsformat der Bertha-Benz-Vorlesung mit anschließender Preisverleihung etabliert. Wissenschaftlerinnen und Expertinnen aus unterschiedlichen Disziplinen und Branchen sprechen über gesellschaftlich relevante Themen. Im Anschluss wird der Bertha-Benz-Preis für die herausragende Promotion einer Ingenieurin verliehen.

38. Bertha-Benz-Vorlesung

Schuld und Lüge – Wissenschaftskommunikation und Vertrauen in Krisenzeiten

Die Kommunikation von Wissenschaft ist für die Gesellschaft von grundlegender Bedeutung: Themen wie die Digitalisierung verändern unser Leben und der Klimawandel steht als globale Herausforderung im Raum. Ohne die Anwendung neuester Forschungsergebnisse ist eine Bewältigung dieser Entwicklungen nicht möglich. Da Forschung oft aus öffentlichem Mitteln gefördert wird, stehen Wissenschaftler der Öffentlichkeit gegenüber in besonderer Legitimationspflicht. Die Forderung nach Transparenz gestaltet sich jedoch schwierig. Forschungsergebnisse sind oft komplex, ebenso ihre „Übersetzung“ für Adressaten unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen. In Krisenzeiten verschärft sich die Problematik der Vertrauensbildung. So führten in der COVID-19-Pandemie gesetzgeberische Maßnahmen, die auf Basis von Expertenempfehlungen erfolgten, zu einem moralisch aufgeladenen Diskurs. Dies stellte die Wissenschaftskommunikation vor eine nahezu unlösbare Aufgabe: Gegenüber einer stark heterogenen Zielgruppe entstand ein hoher Rechtfertigungsdruck, zumal nicht selten die Faktenbasis infrage gestellt wurde. Wer heute in der Rückbetrachtung eine „Aufarbeitung“ fordert, verknüpft dies oft mit einer Schuldzuweisung.