Daimler und Benz Stiftung –
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Ladenburger Kolleg

Förderlinien

Die Förderlinie „Ladenburger Kolleg“ bietet Wissenschaftlern die Möglichkeit, innerhalb eines interdisziplinären Forschungsverbunds Themenstellungen über einen längeren Zeitraum zu bearbeiten. Unter der Leitung eines wissenschaftlichen Koordinators mit Sprecherfunktion wird das Forschungsthema von mehreren Arbeitsgruppen an unterschiedlichen wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland bearbeitet.

Ladenburger Kolleg 2026

Sprachstandsdiagnose-App für Kinder mit Migrationshintergrund

Sprache ist der Schlüssel zur Bildung – das gilt für alle Menschen. Je früher sich Kinder in der Landessprache ausdrücken können, desto mehr Chancen haben sie auf ihrem persönlichen Schul- und Berufsweg. Tatsächlich sind Kinder, deren Familiensprache nicht Deutsch ist, häufig benachteiligt, wie einschlägige Bildungsstudien seit geraumer Zeit bestätigen. Aber auch Kinder mit Deutsch als Familiensprache, die in einem sprach- und anregungsarmen Umfeld aufwachsen, haben häufig keine guten sprachlichen Voraussetzungen. Sie sind von den Herausforderungen des Unterrichts überfordert und werden in der Folge nachhaltig ausgebremst. Um diesem Missstand Abhilfe zu schaffen, hat die Daimler und Benz Stiftung im Rahmen des Formats „Ladenburger Kolleg“ seit dem Jahr 2014 mit rund 1,4 Millionen Euro die Entwicklung eines validen, verlässlichen und objektiven Verfahrens zur Sprachstandsermittlung für Kinder gefördert, die am Übergang zum Schuleintritt stehen.

Das Verfahren soll pädagogischen Fachkräften ein praxistaugliches Werkzeug zur Verfügung stellen, mit dem sprachförderbedürftige Kinder identifiziert (Zuweisungsdiagnose) und gleichzeitig deren individueller Förderbedarf ermittelt werden kann (Förderdiagnose). Hierzu war umfangreiche Grundlagenforschung zum kindlichen Spracherwerb erforderlich sowie die Entwicklung und wiederholte Erprobung eines Serious-Game*-basierten Verfahrens: Eine App auf einem Tablet zeichnet die spielerisch erhobenen Sprachdaten auf und misst die sprachlichen Kompetenzen mittels eines hochautomatisierten Analyseverfahrens. Bei erkennbaren Defiziten können dann bereits in der Kindertagesstätte zielgenaue Fördermaßnahmen ergriffen werden.

Seinen vorläufigen Abschluss fand das Projekt mit einem Fachkolloquium am 19. und 20. Juni 2023 an der LMU München, dem Hauptantragsteller und Koordinator des Forschungs- und Entwicklungsprojekts. Den 40 geladenen Experten verschiedener Hochschulen und Bildungseinrichtungen wurden Motive, Grundlagen und Ziele des Ansatzes sowie illustrierende Aufnahmen aus authentischen Forschungskontexten präsentiert. Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten standen zur Diskussion, sodass sich ein intensiver Austausch ergab.

Zu Beginn der Veranstaltung dankte der Projektleiter, Professor Jörg Roche vom Institut für Deutsch als Fremdsprache der LMU München, der Daimler und Benz Stiftung im Namen des gesamten Forschungsteams für die langjährige und großzügige sowie stets verständige und konstruktive Unterstützung, die dieses gesellschaftsrelevante Forschungsprojekt erfahren hat. Projektpartner waren die Universitäten Saarbrücken, Heidelberg, Basel, Mannheim, sowie die LMU München, die Hochschule der Medien Stuttgart und das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation Frankfurt.

*Serious Games:
Der Begriff Serious Games lässt sich als „Spiel mit ernsthaftem (Lern-)Ziel“ übersetzen. Es handelt sich um Spiele, die geschaffen werden, um gezielt bestimmte Inhalte oder Kompetenzen zu vermitteln – vor allem in Kontexten, in denen Spielen und Lernen oft als Gegensätze verstanden wurden und werden.“

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