Daimler und Benz Stiftung –
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Ladenburger Horizonte

Förderlinien

Mit der Förderlinie „Ladenburger Horizonte“ setzt die Stiftung einen Schwerpunkt auf Forschungskooperationen zwischen deutschen und afrikanischen Einrichtungen. Die Fördermaßnahme bezieht sich auf ausgewählte Regionen in Afrika und trägt deren wachsender wissenschaftlicher und politischer Bedeutung Rechnung. Zur Bewerbung sind Forschungseinrichtungen in Deutschland aufgerufen, die bereits über Kontakte zu afrikanischen Partnern verfügen oder diese aufbauen möchten.

Ladenburger Horizonte 2026

Hitzegerechte Mobilitätskartierung für Dar es Salaam in Tansania

Die Temperaturen im tansanischen Dar es Salaam übersteigen regelmäßig 32 Grad und erreichen bei Hitzewellen bis zu 40 Grad Celsius. Die Häufigkeit und Dauer solcher Extremereignisse haben deutlich zugenommen und Prognosen deuten auf eine weitere Verschärfung hin. Hitze ist dabei längst keine Frage des Komforts mehr, sondern vor allem ein ernsthaftes Hindernis in der Alltagsmobilität. Obwohl dieses Problem allseits bekannt ist, da jeder unter den Folgen der urbanen Hitze leidet, fehlen der Stadtplanung die Instrumente, um diese zu messen und neue Strategien umzusetzen.

Das neue Förderprojekt „Hitzegerechte Mobilitätskartierung für Dar es Salaam“ schließt eine wichtige Lücke in der städtischen Planungspraxis: Forscher der Universität Dar es Salaam und des Heidelberg Institute for Geoinformation Technology (HeiGIT) kombinieren Satellitendaten mit Klimamessungen vor Ort, um die Hitzeexposition entlang wichtiger Fußwegrouten zu erfassen. Durch die Verknüpfung von Hitze- und Bewegungsdaten lassen sich Korridore ermitteln, in denen gezielte Maßnahmen – etwa Baumpflanzungen oder das Anbringen von Verschattungsstrukturen – die größte Wirkung erzielen. Stadtverantwortliche können damit die Wirkung hitzemindernder Maßnahmen vor einer möglichen Realisierung simulieren.

Der Großteil der Bevölkerung in Dar es Salaam ist zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Straßenhändler, Bauarbeiter und Pendler sind während der heißesten Tagesstunden daher unmittelbarer Hitze ausgesetzt. Nach Prognosen der Weltbank könnte die Zahl von Armut betroffener Menschen auf dem Kontinent bis zum Jahr 2050 um 700 Prozent steigen. Studien in informellen Siedlungen belegen bereits heute einen Zusammenhang zwischen Hitzeexposition, chronischer Erschöpfung und Gesundheitsbeeinträchtigungen. Diese Belastungen mindern die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit derjenigen, die sich ohnehin am wenigsten leisten können.

Das Projekt möchte einen Grundstein für eine hitzesensible Stadtplanung in Dar es Salaam legen, die auf lokalen Kapazitäten aufbaut und über die Projektlaufzeit hinauswirkt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dabei als Modell für andere schnell wachsende Städte im Globalen Süden dienen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.