Daimler und Benz Stiftung –
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Bertha-Benz-Vorlesung

Veranstaltungen

Pioniergeist und Engagement zeichneten Bertha Benz (1849-1944) aus. Im Jahr 1888 bewies sie gemeinsam mit ihren Söhnen zum ersten Mal die Tauglichkeit des Automobils für Fernfahrten. In diesem Sinn hat die Stiftung das Veranstaltungsformat der Bertha-Benz-Vorlesung mit anschließender Preisverleihung etabliert. Wissenschaftlerinnen und Expertinnen aus unterschiedlichen Disziplinen und Branchen sprechen über gesellschaftlich relevante Themen. Im Anschluss wird der Bertha-Benz-Preis für die herausragende Promotion einer Ingenieurin verliehen.

37. Bertha-Benz-Vorlesung

Gewalt und gesellschaftliche Entwicklung

Beim Thema Gewalt denken viele zunächst an Kriege, wie derzeit in der Ukraine. Zwischenstaatliche Kriege sind heute jedoch selten, die meisten finden innerhalb eines Landes statt. In der Folge kehrt sich dessen gesellschaftliche Entwicklung um: Nach einem Krieg ist ein Land ärmer und undemokratischer, die gesundheitliche Versorgung sowie das Bildungswesen verschlechtern sich und Frauenrechte werden weniger geachtet. Dennoch stellen Kriege eine seltene Form der Gewalt dar. Vielmehr werden Menschen überall auf der Welt Opfer von anderen Gewaltformen: Tötung, Körperverletzung, sexualisierte Gewalt, körperliche Bestrafung von Kindern oder psychische Aggression – meist verübt durch Personen aus deren Umfeld. Weltweit sterben dadurch etwa dreimal mehr Menschen als durch Kriege. Laut Hoeffler kann und muss Gewalt vermindert werden, denn der Schaden durch interpersonelle Gewalt ist immens. Sie erläuterte, weshalb Gewalt in ärmeren Gesellschaften häufiger vorkommt und wie sie deren Entwicklung hemmt. Zudem warf sie einen Blick auf gewaltreduzierende Interventionen – von Elternprogrammen über Drogenpolitik bis hin zum Einsatz von UN-Friedenstruppen.