Daimler und Benz Stiftung –
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Fakten im Domhof

Veranstaltungen

Einmal jährlich veranstaltet die Daimler und Benz Stiftung die Fakten im Domhof als Vortrag im Rathaus Ladenburg. Hier referiert ein Wissenschaftler aus der Metropolregion Rhein-Neckar über aktuelle Entwicklungen auf seinem Forschungsgebiet. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Jahrestreffens der Alumni und Stipendiaten der Stiftung statt. Sie dient als Plattform eines interdisziplinären Austauschs zwischen den Wissenschaftlern sowie der Diskussion mit der interessierten Öffentlichkeit.

Fakten im Domhof 2024 – auf Reisen in Breslau

Der lange Schatten des Krieges: Die deutsch-polnischen Beziehungen in Schlaglichtern

Der Zweite Weltkrieg stellte den Tiefpunkt der deutsch-polnischen Beziehungen dar. In der Folge kam es durch Gebietsabtretungen an die UdSSR, aber auch durch die Vertreibung von mehr als 3,5 Millionen Deutschen und den Zuspruch der ehemals deutschen Gebiete östlich der Oder und der Lausitzer Neiße zu einer territorialen Neuordnung Polens. Die Frage von eventuellen Entschädigungen, die in dieser Zeit, so zumindest die Sicht der BRD, durch eine Verzichtserklärung Polens 1953 geklärt worden war, kam in den darauffolgenden Jahrzehnten jedoch immer wieder auf und ist bis heute ein vorherrschendes Politikum in Polen. In den 1960er-Jahren, zuvor beherrscht durch die Ost-West-Spaltung der Nachkriegszeit, kam es im Zuge der von der westdeutschen SPD vertretenen neuen Ostpolitik zu einer Änderung der Verhältnisse. Willy Brandts berühmter Kniefall in Warschau 1970 und die damit verbundene Unterzeichnung eines Normalisierungsabkommens markierte jedoch den Anfangspunkt einer schrittweisen Verbesserung des deutsch-polnischen Verhältnisses.

Als Durchbruch für die deutsch-polnischen Beziehungen sieht Krysztof Ruchniewicz das Ende der sowjetischen Vorherrschaft in Mittelosteuropa. Im Sommer 1989 wurde in Polen die erste, nicht von einem Kommunisten geführt Regierung gebildet. Zu dieser Zeit begann eine Fluchtwelle aus der DDR, die im Zuge dessen zusammenbrach. In dieser Atmosphäre reiste der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl im November nach Polen. Gemeinsam mit dem polnischen Ministerpräsidenten Tadeusz Mazowiecki fand am 12. November 1989 ein ökumenischer Gottesdienst statt, bei dem sich die beiden Staatsoberhäupter das Friedenszeichen gaben und sich herzlich umarmten. In der Folge wurde am 14. November 1990 wurde ein Grenzvertrag geschlossen und am 17. Juni 1991 der Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet. Dieser Vertrag zwischen Polen und dem nun wiedervereinigten Deutschland beendete nicht nur den langjährigen Streit über den endgültigen Verlauf der deutsch-polnischen Grenze an Oder und Neiße, sondern legte auch den Grundstein für eine immer engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten.