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Prof. Dr. Günther Ortmann

Foto: privat

Heterodoxie im Haus Huth

Prof. Dr. Günther Ortmann
Universität Witten-Herdecke

22. Oktober 2018
im Haus Huth, Berlin

Das Lob des Zweifels wird heute allenthalben gesungen. Auf dem Heidelberger Symposium „Die Kraft des Zweifels“ erklärte die ungarische Philosophin Ágnes Heller mit gutem Recht den Zweifel zur Funktion des rationalen Denkens.

Zweifel hat aber auch eine dunkle Kehrseite: Dies musste Angela Merkel mit ihrem „Wir schaffen das!“ erleben, dessen ursprüngliche Wirkkraft durch andauernde Zweifel unterminiert wurde. Dies gilt auch für die Diskussion über die Gefahren der Treibhausgase für das Klima, die besonders in den USA zunehmend durch „Klimaskeptiker“ dominiert wird – mit der Konsequenz des Rückzugs der USA aus internationalen Verträgen.

„Zweifel kann lähmen, und das ist nicht nur eine Sache rationalen Denkens“, so der Organisationsforscher Günther Ortmann. Der 2010 erschienene US-Bestseller „Merchants of Doubt“ beschreibt, wie selbst ernannte Experten Zweifel säen, Zweifel, die lähmen sollen: Organisation von Zweifel.

Eine andere Klasse von Parasiten des Zweifels bedient dagegen unser aller Sehnsucht nach Gewissheiten mit Sicherheitsangeboten oder nicht leicht davon zu unterscheidenden -fiktionen. Die Beratungsindustrie handelt damit – und die künstliche Intelligenz mit ihren Algorithmen auf ihre Weise auch. Sie nähren sich an der Furcht vor dem Zweifel.

Zur Person:

Prof. Dr. Günther Ortmann, Organisationsforscher, war bis 2012 Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg. Seit 2014 ist er Forschungsprofessor für Führung an der Universität Witten-Herdecke. Letzte Buchpublikationen: Organisation und Moral. Die dunkle Seite, 2010; Kunst des Entscheidens. Ein Quantum Trost für Zweifler und Zauderer, 2011; Noch nicht/Nicht mehr. Wir Virtuosen des versäumten Augenblicks, 2015, alle bei Velbrück Wissenschaft.

Anmeldung:

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist allerdings erforderlich. Auf Grund des begrenzten Platzangebots können die Anmeldungen nur in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt werden. Wegen des großen Andrangs können leider keine weiteren Anmeldungen mehr angenommen werden.

Nach Veranstaltungsbeginn ist leider kein Eintritt mehr möglich.

Bild- und Tonaufnahmen:

Während der Veranstaltung werden Bild- und Tonaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung gemacht. Mit Ihrer Anmeldung erklären Sie sich mit deren Veröffentlichung einverstanden.

 

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... im Haus Huth

Haus Huth

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