Impulse für Wissen

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Prof. Peter Deuflhard

Dialog im Museum

Prof. Peter Deuflhard
Freie Universität Berlin

19. Februar 2013
Mercedes-Benz Museum, Stuttgart

Die Frage nach der menschlichen Schönheit, insbesondere nach der Schönheit des menschlichen Gesichts, beschäftigt mitnichten allein die Leserinnen und Leser von Modemagazinen. Es handelt sich vielmehr um eine zutiefst philosophische Frage. „Nur wer blind ist, kann eine solche Frage stellen“, stellt Aristoteles bündig fest – und bleibt eine Antwort damit kurzerhand schuldig. Das tschechisch-amerikanische Topmodel Paulina Porizkova meint hingegen: „Ich freue mich, dass die Menschen mich attraktiv finden. Tatsächlich aber ist dies nur eine Frage der Mathematik, es geht nur um ein paar Millimeter zwischen Augen und Kinn.“

Letztlich erweise sich die Frage nach dem „schönen Gesicht“ als zu eng gefasst. Dies zeige sich deutlich, wenn man einen Menschen in einer bewegten Situation beurteile. Etwa in einem Film und nicht nur auf einem Foto. Deuflhard stellte fest: „Schon ist die Wahrnehmung völlig anders und die Bewertungen purzeln wieder wild durcheinander.“ Haare, Augen, Körperhaltung sowie der individuelle gestische Ausdruck würden ein Gesamtbild entstehen lassen, das weit über jede statische Betrachtung hinausgehe. Am Ende gehe es beim Aussehen stets um größtmögliche soziale Akzeptanz und  die Erfahrung persönlicher Identität. Dies zeige sich insbesondere nach Operationen: „Wenn ein Patient in den Spiegel blickt und sagt: ‚Das ist mein Gesicht‘ – und seine Familie, seine Freunde empfinden dies ebenso, ja dann ist es schön!“, so Deuflhards Fazit.

Podcast:

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Dialog im Museum

In Abstimmung mit der Daimler AG findet diese Vortragsreihe im Gebäude des Stuttgarter Mercedes-Benz Museums statt. Für den mehrmals im Jahr stattfindenden Dialog im Museum benennt die Daimler und Benz Stiftung Wissenschaftler aus ihren Förderprogrammen, die zu Spezialthemen mit wirtschaftlichen Auswirkungen oder gesellschaftlichen Implikationen sprechen.