Impulse für Wissen

publikum_bbv.jpg
Dr. Mechtild Rössler

(Foto: Eric Esquivel)

36. Bertha Benz-Vorlesung

Dr. Mechtild Rössler
Direktorin UNESCO-Welterbezentrum

25. Juli 2019
Foyer der SRH Hochschule Heidelberg
SRH Science Tower

Im Jahr 2001 zerstörten Taliban in Afghanistan die beiden Buddha-Statuen vom Bamiyan als „falsche Götzen“. Nur die Umrisse und einige Bruchstücke der rund 1500 Jahre alten Figuren blieben übrig. Die Sprengung der beiden Kunstwerke „erschütterte“ die ganze Welt: Denn mit ihnen gingen einzigartige Zeugnisse der Menschheitsgeschichte unwiederbringlich verloren. Diese mutwillige Vernichtung wurde zu einem Weckruf und führte zur UNESCO-Erklärung von 2003, die sich gegen die Zerstörung des kulturellen Erbes richtet. Die Konvention von 2005 schützt ausdrücklich die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen – als eine neue „Magna Charta“ der internationalen Kulturpolitik. Im 21. Jahrhundert wurde kulturelles Erbe auch andernorts großräumig zerstört – insbesondere in Kriegsgebieten. Und die Situation bleibt weiterhin brisant: Von Hatra im Irak bis Timbuktu in Mali, von Sanaa im Jemen bis Palmyra in Syrien sind heute viele der mehr als 1000 Welterbestätten schwer betroffen und bedürfen des Schutzes der Weltgemeinschaft. Denn die Täter zielen durch die Vernichtung von kulturell bedeutenden Gegenständen und Kulturerbestätten darauf ab, das Wissen zukünftiger Generationen zu beeinflussen und ihnen ihre Erinnerungsfähigkeit zu nehmen. Durch ein systematisches und rechtzeitiges Eingreifen der UNESCO soll dies verhindert werden.

Die deutsche Geografin Dr. Mechtild Rössler arbeitet seit 1991 Jahren für das Welterbezentrum der UNESCO in Paris, das sie seit 2015 leitet. Sie ist zuständig für sämtliche 1092 Stätten, die als Kultur- oder Naturerbe der Menschheit gelten – und damit die oberste Kulturhüterin der Welt. In ihrem Vortrag nimmt Rössler das Publikum mit auf eine Reise, in der sie ihre Erfahrungen der letzten drei Jahrzehnte aus erster Hand präsentiert.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:
Susanne Hallenberger
Daimler und Benz Stiftung
Postfach 1246
68521 Ladenburg
T 06203 1092-0
F 06203 1092-5
hallenberger@daimler-benz-stiftung.de
www.daimler-benz-stiftung.de

[ zurück ]

Bertha-Benz-Vorlesung mit Verleihung des Bertha-Benz-Preises

In Anlehnung an den Pioniergeist, den visionären Charakter und das Engagement von Bertha Benz (1849-1944) in Bezug auf die Tauglichkeit des Automobils für Fernfahrten hat die Daimler und Benz Stiftung seit 1987 ein besonderes Veranstaltungsformat etabliert: die Bertha-Benz-Vorlesung mit Preisverleihung. Expertinnen unterschiedlichster Branchen und Disziplinen sprechen zu frei gewählten Themen mit hoher Gesellschaftsrelevanz. Dabei wird jedes Jahr der mit 10.000 Euro dotierte Bertha-Benz-Preis an eine Ingenieurswissenschaftlerin verliehen, die mit den Ergebnissen ihrer Dissertation einen gesellschaftlichen Mehrwert geschaffen hat.