Impulse für Wissen

carl-benz.jpg
Sonia Simmenauer

 
(Foto: Lennard Rühle)

33. Bertha-Benz-Vorlesung

Prof. Sonia Simmenauer
Professorin für Musikvermittlung an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

07. Juli 2016
Forschungs- und Entwicklungszentrum der Heidelberger Druckmaschinen AG, Heidelberg

Ob Galeristen für Bildende Künstler, Literaturagenten für Autoren, Theateragenten für Schauspieler oder Konzertagenten für Musiker – Künstler aller Sparten benötigen Fürsprecher und Vermittler, die für sie werben und Abschlüsse tätigen, ihnen helfen, mit den Anforderungen einer modernen, hyperadministrierten Kulturwelt umzugehen, ihren Lebensunterhalt zu sichern und sich dadurch auf ihre primäre Begabung zu konzentrieren: ihre Kunst. Vermittler und Künstler treffen sich in der Sache, haben ein gemeinsames Ziel.

Der Vermittler definiert sich durch seine Künstlerauswahl und gibt damit auch eine eigene künstlerische Überzeugung kund. Er übernimmt Verantwortung für die Künstler, setzt auf deren Zukunft und investiert in sie. Während ein junger Künstler einen erfahrenen Vermittler benötigt, hängt dessen Einfluss wiederum mit der Berühmtheit seiner anderen Künstler unmittelbar zusammen. 

Auf der Grundlage ihrer langjährigen Praxis als Konzertagentin geht Sonia Simmenauer in ihrem Vortrag u. a. den Fragen nach, welche Eigenschaften ein Vermittler entwickeln muss, weshalb auch berühmt gewordene Künstler noch immer ihren Agenten einem persönlichen Assistenten vorziehen, und wie sie mit der paradoxen Notwendigkeit umgeht, im Moment der Vermittlung als Person zu verschwinden.

Sonia Simmenauer wurde als Tochter französischer Eltern in den USA geboren und studierte an der Universität Paris-Sorbonne Angewandte Sprachen, bevor sie 1982 nach Hamburg zog und bei der Konzertdirektion Schmid (Hannover) die Kammermusikabteilung übernahm. 1989 machte sie sich mit der Agentur „Impresariat Simmenauer” selbstständig und vertritt seitdem einige der international angesehensten Streichquartette und Solisten. Sie war bis zu deren Pensionierung die Generalagentin der Alban Berg, Tokyo, Guarneri, Cleveland Quartette und lange Jahre auch von Gidon Kremer und seiner Kremerata Baltica. Heute vertritt sie u. a. die Quartette Artemis, Hagen und Ébène und Solisten wie die Geigerin Isabelle Faust, die Pianisten Piotr Anderszewski und Alexander Melnikov. Seit 2009 ist sie zudem Professorin für Musikvermittlung an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Preisträgerinnen des Bertha Benz-Preises

[ zurück ]

Daimler und Benz Stiftung

Offenheit und Neugierde sind grundlegende Voraussetzungen für Entdeckungen. Die Daimler und Benz Stiftung verstärkt Prozesse der Wissensgenerierung mithilfe zielgerichteter Stimuli. Im internationalen Umfeld stellt sie Ressourcen für Forschung und Wissenschaft zur Verfügung. Ihr jährlicher Förderaufwand beträgt derzeit etwa drei Millionen Euro. Mit einem Vermögen von rund 125 Millionen Euro zählt die operativ tätige Stiftung zu den größten Deutschlands.

Die Daimler und Benz Stiftung orientiert sich an klaren Wertvorstellungen. Sie konzentriert sich auf die Förderung junger Wissenschaftler, fachübergreifende Kooperationen sowie Forschungsinhalte aus den unterschiedlichen Disziplinen. Die Daimler und Benz Stiftung schafft einen Raum für den Diskurs und Dialog von Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Austausch lässt unkonventionelle Ansätze entstehen und Ideen wachsen: Wissen mit nachhaltiger Wirkung für den Menschen.