Impulse für Wissen

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Okyay Altay

Zur Vermeidung von Schwingungen müssen Bauwerke grundlegende konstruktive Kriterien erfüllen, da dynamische Einwirkungen sowohl die Standsicherheit als auch die Gebrauchstauglichkeit der Bauwerke beeinträchtigen können. Bei modernen Bauwerken können diese Kriterien häufig nicht eingehalten werden, da die Tragstrukturen durch gestiegene architektonische und wirtschaftliche Anforderungen zunehmend filigraner gestaltet sind. Um Bauwerke vor den dynamischen Einwirkungen effektiver schützen zu können, müssen deshalb neue Dämpfersysteme entwickelt werden.

Die von Okyay Altay geleitete Nachwuchsforschergruppe „Advanced Damping Systems“ am Lehrstuhl für Baustatik und Baudynamik der RWTH Aachen arbeitet an der Entwicklung hochmoderner Schwingungsreduktionsmethoden für Bauwerke. Das Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung intelligenter Dämpfersysteme zur Schwingungsreduktion moderner Bauwerke.

 

Timo Baumann

Bisher sind Sprachdialogsysteme durch unnatürliche und ineffiziente Interaktionen gekennzeichnet, da sie dabei nur entweder die Hörer- oder die Sprecherrolle übernehmen. Hier setzt dieses Forschungsvorhaben an: Aufbauend auf seiner abgeschlossenen Promotion entwickelt Timo Baumann eine Architektur für die kontinuierliche Verarbeitung mehrerer Informationsströme. Dadurch wird es beispielsweise möglich sein, auf Nutzerreaktionen schon während laufender Sprachausgaben zu reagieren oder Gesten und Sprache des Nutzers zeitnah zu integrieren.

Seit seinem Studium der Informatik und Phonetik in Hamburg (mit Zwischenstopps in Genf und Granada) arbeitet Baumann an neuartigen Sprachdialogsystemen, zunächst in Potsdam und Bielefeld, seit 2011 wieder in Hamburg. 2013 wurde er mit seiner Arbeit über inkrementelle, d. h. kontinuierlich verarbeitende Sprachdialogsysteme promoviert.

 

Christine Beemelmanns

Im Rahmen dieses Projekt werden die Interaktionen zwischen Insekten und koexistierenden Mikroben chemisch und molekularbiologisch untersucht. Viele der Insekten-spezifischen Bakterien leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung, Aufrechterhaltung und Verteidigung des Insekten-Ökosystems. Ziel des Projekts ist die chemische und ökologische Analyse bakterieller Signalmoleküle. Anschließende Struktur-Aktivitäts-Studien sollen zur Aufklärung der Wirkungsmechanismen und der Identifikation von Rezeptoren führen, um damit grundlegende Erkenntnisse zu bakteriellen Interaktionsmechanismen zu gewinnen. Die identifizierten Naturstoffe werden außerdem auf ihr pharmakologisches Potenzial hin untersucht.

Christine Beemelmanns ist seit Ende 2013 als Nachwuchsgruppenleiterin am Hans-Knöll-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie in Jena tätig. Ihre Gruppe beschäftigt sich mit der chemischen Biologie der Mikroben-Wirts-Beziehung, insbesondere unter dem Aspekt der Naturstoff-basierten Interaktions- und Kommunikationsmechanismen. Die chemischen Interaktions- und Kommunikationsmechanismen können sowohl der Abwehr von Fressfeinden und Pathogenen dienen als auch wichtige Beiträge.

 

Stefan Bittner

Mehr als 120.000 Menschen in Deutschland leiden an Multipler Sklerose (MS), einer chronischen und bislang unheilbaren Erkrankung des zentralen Nervensystems. Fehlgeleitete Entzündungszellen, die in ihrer Funktion durch Kanäle mit geladenen Teilchen in der Zellmembran reguliert werden, spielen beim Krankheitsverlauf eine elementare Rolle.

Stefan Bittner, der an der Universität Münster unter Supervision von Prof. Wiendl und Prof. Meuth eine Nachwuchsforschungsgruppe in der Klinik für Neurologie leitet, beschäftigt sich mit der Rolle des Kaliumkanals TREK1 im Rahmen der Migration von Entzündungszellen über die Blut-Hirn-Schranke. Insbesondere interessieren ihn die zugrunde liegenden Signalwege in Endothelzellen der Blutgefäße des Gehirns, die einen Ansatz für neue Therapiemöglichkeiten darstellen könnten.

 

Darius Ebrahimi-Fakhari

Darius Ebrahimi-Fakharis Schwerpunkt liegt in der Erforschung und Behandlung von angeborenen neurodegenerativen Stoffwechselerkrankungen sowie komplexen neuronalen Entwicklungsstörungen.

Sein Projekt dient der Untersuchung des Autophagie-Signalweges in neurodegenerativen Erkrankungen bei Kindern. Dabei führt er eine Serie von modular konzipierten Experimenten mit dem Ziel aus, gewonnene Erkenntnisse in neue therapeutische Strategien zu übersetzen. Ausgehend von Screening-Untersuchungen in Fibroblasten von Patienten über die Charakterisierung in induzierten pluripotenten Stammzellen (iPSZ) bis hin zur therapeutischen Applikation in Mausmodellen verbindet das Projekt die starke Hoffnung, neue Therapieansätze für bislang unheilbare Erkrankungen bei Kindern zu finden. Die angestrebte Generierung von neuen Krankheitsmodellen unter Nutzung von iPSZ soll es erlauben, auf einzigartige Weise die pathogenetische und therapeutische Relevanz seiner Erkenntnisse zu prüfen.

 

Elisa Hoven

Elisa Hovens Habilitation an der Universität zu Köln widmet sich dem Thema der Auslandsbestechung, d.h. der Bestechung durch deutsche Unternehmen im Ausland. In ihrem Projekt untersucht sie normative und verfahrenspraktische Herausforderungen in der Verfolgung von Auslandsbestechung und wertet hierzu deutschlandweit und international Korruptionsverfahren aus.

Hoven studierte Rechtswissenschaften an der FU Berlin, der Cambridge University und der Universität Nijmegen. In ihrer Doktorarbeit beschäftigte sie sich mit Fragen des Völkerstrafrechts. Sie war bisher an dem Khmer Rouge Tribunal in Kambodscha, dem War Crimes Studies Center der Universität Berkeley und dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag tätig. Nach ihrem Referendariat leitete sie ein empirisches Forschungsprojekt an der Universität Marburg und der Harvard University zur Beteiligung von Opfern an internationalen Strafverfahren, zudem befragte sie in Kambodscha Nebenkläger.

 

Jan Richter

Obwohl die expositionsfokussierte Verhaltenstherapie als Mittel der Wahl in der Behandlung von Angststörungen gilt, erreicht sie weiterhin nicht alle Patienten, weshalb eine Optimierung notwendig ist. Daher wird in einer experimentellen Studie mit Angstpatienten geprüft, ob die aus der Grundlagenforschung gewonnene Erkenntnis, dass während der wiederholten Konfrontation mit einem angstauslösenden Reiz eine nachhaltigere Angstreduktion durch die vorherige Reaktivierung des individuellen Angstgedächtnisses erzielt werden kann, auf ein klinisches Paradigma als Laboranalogie zur therapeutischen Exposition übertragen werden und daraus Implikationen für die Behandlung abgeleitet werden können.

Mit dieser Studie setzt Jan Richter seine bisherige Forschungstätigkeit zu den Wirkmechanismen der Expositionstherapie fort, bei der vor allem der Transfer von der neurobiologischen Grundlagenforschung in die klinische Psychotherapieforschung im Vordergrund steht und die das Ziel einer bestmöglichen Behandlung verfolgt.

 

Benjamin Sambale

Benjamin Sambales Forschungsgebiet beschäftigt sich im weitesten Sinne mit dem Zusammenspiel von Symmetrien. Damit hat man es zum Beispiel in der Chemie bei der Untersuchung von Molekülstrukturen zu tun. In der Mathematik fasst man die Symmetrien eines Objekts in axiomatischer Weise in einer Gruppe zusammen. Die Darstellungstheorie realisiert diese Gruppen durch konkrete Matrizen. Richard Brauer, einer der Pioniere der Darstellungstheorie, legte vor über 50 Jahren eine Liste von Vermutungen vor, von denen die meisten immer noch unbewiesen sind. Sambale versucht, einer Lösung dieser immer noch offenen Forschungsprobleme näher zu kommen, um damit einen Beitrag zum Verständnis endlicher Gruppen zu liefern.

Sambale begann 2004 das Studium der Mathematik an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und konnte es 2010 erfolgreich mit der Promotion abschließen. Nach einem Forschungsaufenthalt in Santa Cruz (USA) kehrte er nach Jena zurück, um 2013 dort seine Habilitation zu beenden. Seitdem ist er als Privatdozent in Jena tätig.

 

Petr Sedláček

The research project “Creative destruction and uncertainty over the business cycle” investigates the direction of causality between increases in economic uncertainty and the business cycle. Does economic uncertainty fuel recessions, the mainstream view, or is economic uncertainty a by-product of aggregate downturns resulting from Schumpeterian creative destruction? This distinction is especially important for policy recommendations which are likely to dramatically differ under the two scenarios.

Petr Sedláček is an assistant professor at the University of Bonn since September 2012. He obtained his PhD in economics at the University of Amsterdam. Prior to that he graduated from the Tinbergen Institute in Amsterdam where he was awarded an MPhil degree in econometrics and macroeconomics. He also holds an MA degree from the Joint European Studies Program and an Ing degree from the University of Economics Prague. Sedláèek previously worked as an economist at the Czech Statistical Office.

 

Jaan-Willem Simon

Stetig steigende Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit von Konstruktionselementen im Leichtbau erfordern immer häufiger den Einsatz von hochbelastbaren textilen Faserverbund-Bauteilen. Diese bestehen aus Geweben von Carbonfasern, welche in eine Kunststoffmatrix eingebettet sind. Um dabei eine möglichst hohe Werkstoffausnutzung realisieren zu können, ist es notwendig, das Materialverhalten und die sich einstellenden Versagensmechanismen hinreichend genau zu beschreiben. Dabei stellen die Berücksichtigung der ausgeprägten Anisotropie sowie der Heterogenität des Werkstoffs und die konsistente Abbildung der Wechselwirkung zwischen Fasern und Matrix große Herausforderungen dar. Das Ziel des Projektes besteht in der Entwicklung eines Materialmodells, das diesen Anforderungen gerecht werden kann.

Jaan-Willem Simon leitet seit seiner Promotion im September 2011 die Forschungsgruppe „Polymere und Faserverbundwerkstoffe“ am Institut für Angewandte Mechanik der RWTH Aachen.

 

Pierre Stallforth

Die zentrale Frage seines Forschungsvorhabens ist: Welche chemischen Signalmoleküle tauchen in Bakterien-Eukaryoten-Symbiosen auf, und welchen Einfluss haben sie auf die Orchestrierung von Kommunikation, Differenzierung und Multizellularität. Im Mittelpunkt steht dabei die Isolierung, Strukturaufklärung und Funktionsbestimmung dieser Naturstoffe sowie deren Biosynthese und Regulierung. Als Modellsystem dient die soziale Amöbe Dictyostelium discoid eum und ihre symbiotischen Bakterien. Dictyostelium discoideum ist ein idealer Organismus, um die Entwicklung von Multizellularität und funktionale Ausdifferenzierung einzelner Zellen im Verbund zu untersuchen, da die Amöbe sowohl in einzelliger als auch vielzelliger Form vorliegen kann. Die bidirektionalen Kommunikationsprozesse zwischen dieser Amöbe und ihren Symbionten sind jedoch weitgehend unerforscht. Erkenntnisse über diese Prozesse erlauben es, Rückschlüsse auf komplexere Symbiosen zwischen Eukaryoten und Bakterien zu ziehen.

 

Max von Delius

Hauptziel seines Forschungsprojekts ist die Herstellung neuer molekularer Materialien, die in sogenannten organischen Solarzellen verbesserte Wirkungsgrade (>10 %) ermöglichen sollen. Diese Art von Solarzellen ist aktuell von hohem Interesse, da sie sich besonders kostengünstig und vor allem biegbar und lichtdurchlässig herstellen lassen, was in einer Vielzahl von zukünftigen Anwendungen von Vorteil sein wird. Konkret möchte sich Max von Delius an den bisherigen Rekordhalter-Molekülen orientieren und diese gezielt verändern, zum Beispiel durch Einbau eines Stickstoffatoms, sodass eine stärkere Lichtabsorption und dadurch ein höherer Wirkungsgrad der Solarzellen resultiert.

Max von Delius ist an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen Leiter einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe, die auf dem Gebiet der supramolekularen Chemie und der Kohlenstoffmaterialien forscht. Nach dem Studium der Chemie in Erlangen und Straßburg promovierte er in Edinburgh und schloss einen Postdoc-Aufenthalt in Toronto an. Ende 2012 ist er nach Deutschland zurückgekehrt.

 

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Stipendienprogramm für Postdoktoranden

Die Daimler und Benz Stiftung vergibt jedes Jahr zehn Stipendien an ausgewählte Postdoktoranden, Juniorprofessoren oder Leiter junger Forschungsgruppen. Ziel ist es, die Autonomie und Kreativität der nächsten Wissenschaftlergeneration zu stärken und den engagierten Forschern den Berufsweg während der produktiven Phase nach ihrer Promotion zu ebnen. Die jährliche Fördersumme beträgt 20.000 Euro pro Stipendium, das für die Dauer von zwei Jahren gewährt wird: zur Finanzierung wissenschaftlicher Hilfskräfte, technischer Ausrüstung, Forschungsreisen oder zur Teilnahme an Tagungen. Durch Zusammenkünfte der jungen Spezialisten dieses stetig wachsenden Stipendiatennetzwerks in Ladenburg fördert die Daimler und Benz Stiftung zugleich den interdisziplinären Gedankenaustausch.