Impulse für Wissen

roboter.jpg
Stipendiaten Alumni 2017
(zum Vergrößern bitte anklicken)
Foto: © Daimler und Benz Stiftung / Hillig

Vom 22. bis 24. September trafen sich ehemalige und aktuelle Stipendiatinnen und Stipendiaten in Berlin. Sie tauschten sich über akademische Inhalte und berufliche Karrieren, aber auch aktuelle gesellschaftliche und wissenschaftliche Fragestellungen aus. Die Fellow-Treffen der Stiftung finden nahezu ununterbrochen seit 1993 statt.

Eröffnet wurde das Treffen am Freitag, dem 22. September, mit einer Führung durch das Ytong-Werk in Brück vor den Toren der Hauptstadt. Dr. Hartmut Walther erläuterte die Herstellung von Porenbeton und stellte das Forschungszentrum des Xella-Konzerns vor. Der Samstag begann mit einem wissenschaftshistorischen Spaziergang rund um das Harnack-Haus. Prof. Dr. Arno Schindlmayr führte dabei anhand der vielen ehemaligen Gebäude, die für die neuen Max-Planck-Institut gebaut wurden, in deren Geschichte und die der Max-Planck-Gesellschaft ein. Ausgewählte Schwerpunkte der Führung waren die Thematisierung der Eugenik und Kernforschung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Das akademische Vortragsprogramm eröffnete Dr. Georg Riegel mit einem Vortrag über internetbasierte Messdatentransparenz. Der heutige Geschäftsführer der deZem GmbH regte eine Diskussion über die Verfügbarmachung von Sensorrohdaten an, etwa Daten zur Erwärmung der Ozeane, um so einen fundierten öffentlichen Diskurs zu fördern. Der anschließende Vortrag von Dr. Markus Höhne führte die Fellows in den Norden Somalias. Hier beobachtete der Ethnologe, dessen Arbeit seit 2014 im Postdoktoranden-Programm gefördert wird, Exhumierungen von Massengräbern aus der Zeit des Bürgerkriegs. Höhnen schilderte eindrucksvoll, wie forensische Untersuchungen das äußerst genaue Nachvollziehen der Todesumstände ermöglichten. Erstaunlicherweise geriet dieses Vorgehen jedoch in Konflikt mit den Erwartungen der lokalen Bevölkerung – deren vorrangiger Wunsch oft lediglich die Identifikation der Toten und ein würdevoller Abschluss der Vergangenheit ist.

Dr. Darius Ebrahimi-Fakhari referierte über genetisch bedingte Erkrankungen. Dabei präsentierte Ebrahimi-Fakhari seine Untersuchungen über den Zusammenhang der plastischen Paraplegie SPG47, einer neurodegenerativen Erkrankung, die bislang nur bei fünf Kindern weltweit diagnostiziert wurde. Seine Forschung soll zu wirksamen Behandlungsmethoden dieser seltenen Erkrankung führen. Dr. Eva Koziolek präsentierte ihre wissenschaftliche Arbeit über die Bereitstellung nicht-invasiver bildgebender Verfahren im Berlin Experimental Radionuclide Imaging Center. Dr. Afrah Eltayeb Mohammed berichtete über ihre Forschung zur Extraktion von Silber- und Eisen-Nanoteilchen aus Pflanzen. Die Gewinnung dieser Metalle gelinge bereits, eine mögliche künftige Anwendung sei die großflächige Dekontamination verseuchter Böden. Dr. Ralf Adam, heute Leiter der klinischen Forschung bei Procter & Gamble, präsentierte aktuelle Untersuchungen, die zur Entwicklung der neuesten Generation elektrischer Zahnbürsten beitrugen und stellte anhand dieser Daten dar, wie das Monitoring des Zähneputzens – u.a. mithilfe von Gesichtserkennung via Smartphone – die Wirksamkeit des Zähneputzens erhöhe. Den Abschluss des akademischen Programms bildete der Vortrag des Gastredners Michael Schmidt-Salomon, Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung. Der Publizist und Philosoph erläuterte in seinem Vortrag über „Die Grenzen der Toleranz“ warum grenzenlose Toleranz im Kampf gegen Demagogen nicht hilft und wie die richtigen Maßnahmen ergriffen werden können, um die offene Gesellschaft zu verteidigen.

[ zurück ]

Alumni-Verein für stabiles Netzwerk

Die Anzahl der von der Daimler und Benz Stiftung geförderten Wissenschaftler wächst stetig – und mit ihr die individuellen Forschungsprojekte. Um den Austausch der Spezialisten untereinander zu intensivieren, lädt der 2009 gegründete Alumni-Verein einmal jährlich zur Zusammenkunft. Als Mitglieder sind darüber hinaus Wissenschaftler und Forscher willkommen, die im Sinne der Stiftung offen für den interdisziplinären Austausch sind.

Informationen zum Alumni-Verein

Vorstand:
Dr. Jochen Langer, Dr. Hartmut Walther
Mitglieder des Vorstands:
Dr. Jörg Klein, Prof. Dr. Arno Schindlmayr,
Dr. Sebastian Linden

Ansprechpartner: Dr. Jörg Klein