Impulse für Wissen

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Fast ein Drittel der Kinder, die derzeit in Deutschland eingeschult werden, besitzen einen Migrationshintergrund. Auch wenn dieser Befund nicht zwingend zu der Schlussfolgerung führen sollte, dass diese Kinder die deutsche Sprache schlechter beherrschen als ihre deutschsprachigen Altersgenossen, so findet in der Praxis doch oft eine entsprechende Gleichsetzung statt. Aus dieser mangelhaften Diagnose können in der Folge massive Nachteile für den Lebensweg der betroffenen Kinder entstehen, aber auch für die Gesellschaft, in der sie leben. Um diesem Mangel durch wirksame Förderprogramme zu begegnen, bedarf es einer klaren Analyse der jeweiligen individuellen sprachlichen Probleme der einzelnen Kinder.

Diese Notwendigkeit wird inzwischen auch von den Verantwortlichen in Bund und Ländern gesehen und mit hoher Priorität behandelt. Ohne eine klare Vorstellung von den sprachlichen Problemen und Potenzialen dieser Kinder lassen sich aber weder der Förderbedarf noch etwaige Fortschritte durch die Förderung adäquat bestimmen. Ziel des neuen Forschungsvorhabens ist es daher, ein Verfahren der Sprachstandsermittlung bei Kindern im Alter zwischen vier bis fünf Jahren zu entwickeln, das nicht nur präzise Ergebnisse liefert, sondern auch in der Praxis einfach anzuwenden ist. Nach intensiver Vorbereitung startete das neue Ladenburg Kolleg im November 2015 unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Jörg Roche von der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Projektleitung:

  • Prof. Dr. Jörg Roche, LMU München

Beteiligte Wissenschaftler:

  • Prof. Dr. Heike Behrens, Universität Basel
  • Prof. Dr. Stefanie Haberzettl, Universität des Saarlandes
  • Prof. Dr. Marcus Hasselhorn, Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)
  • Prof. Dr. Dirk Ifenthaler, Universität Mannheim
  • Moiken Jessen, Ph.D., LMU München
  • Natalia Kapica, M.A., Universität Heidelberg
  • Dr. Gabriele Kecker, TestDaF-Institut (Bochum)
  • Prof. Dr. Wolfgang Klein, Direktor am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik (Nijmegen/Niederlande)
  • Dr. Karin Madlener, M.A., Universität Basel
  • Prof. Dr. Giulio Pagonis, Universität Heidelberg
  • Maike Schug, M.A., Universität des Saarlandes
  • Dr. Katrin Skoruppa, Universität Basel
  • Dr. Elisabetta Terrasi-Haufe, LMU München
  • Prof. Dr. Frank Thissen, Hochschule der Medien München
  • Dr. Nicole Weidinger, LMU München
  • Dr. Wolfgang Woerner, Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)

 

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Ladenburger Kollegs

Ein „Ladenburger Kolleg“ stellt einen Forschungsschwerpunkt der Stiftung dar, in dem Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen und teilweise Experten aus der Praxis zusammenarbeiten. In einer Explorationsphase wird zunächst untersucht, ob das ins Auge gefasste Thema von ihnen interdisziplinär und mit den von der Stiftung zur Verfügung gestellten Mitteln Erfolg versprechend bearbeitet werden kann. Sobald sich ein Kolleg gebildet hat, legt es sein Forschungsprogramm fest und agiert in hohem Maße autonom. Die beteiligten Wissenschaftler reflektieren bei regelmäßig stattfindenden Treffen den Fortgang des Forschungsprozesses und koordinieren die beteiligten Einzelprojekte des Vorhabens. Die Dauer eines Kollegs umfasst drei bis fünf Jahre, die erzielten Ergebnisse werden veröffentlicht.