Impulses for knowledge

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Prof. Dr. Ulrich Konrad


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Dialog im Museum

Prof. Dr. Ulrich Konrad
Lehrstuhl für Musikwissenschaft
Universität Würzburg

05. Juni 2014
Mercedes-Benz Museum, Stuttgart

Seit dem 18. Jahrhundert verbreitete sich die Vorstellung vom gottgleichen Genie, das als „creator ex nihilo“ allein aus sich heraus und kraft seiner Begabung unvergleichliche Kunstwerke erschafft. Dies erscheint nicht nur heute als ein Mythos, bereits Robert Schumann bemerkte: „Ganz original ist Keiner“. Auch die größten Komponisten mussten ihr Handwerk erlernen, besaßen prägende Vorbilder. Wie ein Komponist vom Range Mozarts zu seinen Einfällen gelangte und seine wunderbaren Tongewebe schuf – das liegt immer noch im Dunklen.

In seinem Vortrag erörtert der Musikwissenschaftler Ulrich Konrad anhand von verblüffenden Noten- und Klangbeispielen, wie „geniale Kompositionen“ entstanden. Überzeugend untersucht er am Beispiel Mozarts, wie der Salzburger bei seiner Kompositionsarbeit bereits vorliegende Werke aus Kollegenfeder aufgreift – und trotzdem etwas Neues und Einzigartiges hervorbringt. Konrad tangiert dabei Fragen nach den Quellen der Kreativität, nach der Eigenständigkeit von Gedanken und Erfindungen, die auch von aktueller Bedeutung sind.

Zur Person:

Prof. Dr. Ulrich Konrad studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Geschichte in Bonn und Wien. Nach seiner Habilitation wurde er zum Hochschuldozenten an der Universität Göttingen ernannt, 1993 erfolgte seine Berufung an die Staatliche Hochschule für Musik Freiburg. Seit 1996 ist er als Ordinarius für Musikwissenschaft an der Universität Würzburg tätig. Konrad erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so die Dent Medal der Royal Musical Association London und den Leibniz-Preis.

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