Impulses for knowledge

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Dr. Gabriele Buchholtz

Dr. Gabriele Buchholtz

(Rechtswissenschaften: Öffentliches Recht)
Bucerius Law School Hamburg, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Verwaltungswissenschaften und Rechtsvergleichung

„Integrationsverwaltungsrecht"

Migrationsbedingte Vielfalt ist ein Faktum moderner Nationalstaaten. Das „Wir" befindet sich im stetigen Wandel. Gleichzeitig wächst die Kluft zwischen den staatsbürgerlichen Legitimationssubjekten und der herrschaftsunterworfenen „Wohnbevölkerung". Wie in dieser spannungsvollen Lage die „Integration" zugewanderter Menschen gelingen kann, ist eine der meistdiskutierten Fragen unserer Zeit. Dr. Gabriele Buchholtz untersucht, welchen Beitrag die Verwaltung zum Gelingen der Integration leisten kann. Das Verwaltungsrecht bietet sich als Untersuchungsrahmen an, weil es Möglichkeiten niedrigschwelliger Partizipation bereitstellt, bestehende Repräsentationslücken schließt und damit wichtige Voraussetzungen für die Integration schafft. Es soll gezeigt werden, welche Steuerungspotenziale das Verwaltungsrecht besitzt, um Lernprozesse der „Einwanderungsgesellschaft" anzustoßen und die Folgen des Fehlens politischer Mitwirkungsrechte situationsangemessen abzufedern.

Dr. Gabriele Buchholtz studierte Rechtswissenschaft an der Bucerius Law School (Hamburg) und der Fordham Law School (New York). Ihre Promotion zum Thema „Streiken im europäischen Grundrechtsgefüge" wurde mehrfach ausgezeichnet. Seit 2016 ist sie wissenschaftliche Assistentin und Habilitandin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Verwaltungswissenschaften und Rechtsvergleichung an der Bucerius Law School. Sie habilitiert zum Thema „Integrationsverwaltungsrecht".

 

Prof. Dr. Eva Eibl

Prof. Dr. Eva Eibl

(Geowissenschaften: Allgemeine Geophysik)
Universität Potsdam, Institut für Geowissenschaften

„TEASER - TrEmor AS ERuption monitor"

Ohne Warnung legte ein gletscherbedeckter Vulkan in Island 2010 den europäischen Flugverkehr sechs Tage lahm. Der Schaden durch die kleine aschereiche Eruption belief sich für die Fluggesellschaften auf mehr als 1,2 Milliarden Euro, mehr als dreizehn Reisebüros gingen bankrott und eine entscheidende Brücke der Ringstraße in Island wurde zerstört. Um die negativen Auswirkungen solcher Eruptionen zu verringern, wurden seitdem mehr Messinstrumente installiert.

Ein Vulkanausbruch 2014/15 in Holuhraun kündigte sich zwei Wochen vorher durch eine erhöhte Zahl von Erdbeben in einer Tiefe von 3 bis 8 km an. Ziel der TEASER-Studie ist es, längere Vibrationen zu untersuchen, die zum Teil in 0 bis 2 km Tiefe lokalisiert wurden. Wo, wie oft und wie dieser sogenannte Tremor erzeugt wird, ist wichtig, um ihn potenziell als Frühwarnsignal zu verwenden.

Prof. Dr. Eva Eibl studierte Geophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität und an der Technischen Universität in München und promovierte 2017 am University College Dublin in Irland. Seit 2018 ist sie Juniorprofessorin an der Universität Potsdam und beschäftigt sich neben den seismischen Signalen von Vulkanausbrüchen auch mit Fluten von Gletscherseen, Geysiren oder anthropogenen Signalen wie Helikoptern.

 

Dr. Tobias Hecker

Dr. Tobias Hecker

(Psychologie: Klinische Psychologie des Kindes- und Jugendalters)
Universität Bielefeld, Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie

„Gewalt in der Erziehung - Folgen und Prävention"

Gewalt gegen Kinder ist weltweit sehr verbreitetet und mit psychischen Problemen und weiteren negativen Folgen assoziiert. Die bisherigen Befunde sind jedoch nur korrelativer Natur. Zur Erforschung der kausalen Beziehungen werden nun experimentelle Methoden in die Feldforschung übertragen. In einer experimentellen Feldstudie zur Prävention von Gewalt in Schulen in Tansania soll zudem die Wirksamkeit präventiver Ansätze überprüft werden.

Dr. Tobias Hecker studierte Psychologie in Marburg und Aarhus und promovierte 2013 mit Auszeichnung an der Universität Konstanz. Nach einem zweijährigen Postdoktorat an der Universität Zürich ist er seit 2016 an der Universität Bielefeld tätig. Sein Team und er haben den präventiven Ansatz Interaction Competencies with Children entwickelt. Zudem leitet er ein internationales Netzwerk von Nachwuchswissenschaftlern, das die wissenschaftliche Untersuchung von Ansätzen zur Prävention von Gewalt gegen Kinder vorantreibt.

 

Jun.-Prof. Dr. Matthew Hopkinson

Jun.-Prof. Dr. Matthew Hopkinson

(Chemie: Organische Chemie)
Freie Universität Berlin, Institut für Chemie und Biochemie, Arbeitsgruppe Hopkinson

„Synthesis and Evaluation of Novel Fluorine-Containing Reagents"

Der Einbau von Fluoratomen in organische Moleküle hat einen dramatischen Einfluss auf ihre physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften. Deswegen finden fluorierte Moleküle vielfältige Anwendungen in der modernen Gesellschaft, beispielsweise in Pharmazeutika und Funktionsmaterialien. Die Synthese von Organofluorderivaten ist jedoch eine Herausforderung. Da es nur wenige fluorierte Naturstoffe gibt, muss die Mehrheit der Organofluorverbindungen in einem Labor hergestellt werden. Daher besteht ein großer Bedarf an verschiedenen Fluorierungsmethoden und damit an Fluorierungsreagenzien. Ein Hauptforschungsziel der Hopkinson-Gruppe ist die Entwicklung neuer Reagenzien. Das Projekt konzentriert sich dabei auf drei verschiedene Klassen, in denen jeweils eine andere wertvolle fluorhaltige Gruppe eingeführt wird. Diese Reagenzien sollten neue Synthesestrategien eröffnen, die sicherer, billiger, effizienter und/oder umweltfreundlicher sind als bisherige Ansätze.

 

Jun.-Prof. Dr. Franziska Jahnke

Jun.-Prof. Dr. Franziska Jahnke

(Mathematik und Informatik)
Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Mathematisches Institut und Institut für Mathematische Logik und Grundlagenforschung

„NIP Körper und Henselsche Bewertungen"

Ob eine Relation endliche VC-Dimension hat, spielt sowohl in der Modelltheorie als auch im Bereich des maschinellen Lernens eine zentrale Rolle. In diesem Projekt soll erforscht werden, ob es eine natürliche (also algebraische) Charakterisierung aller NIP Körper gibt; d. h. wir suchen eine natürliche Beschreibung genau der Zahlbereiche, in denen jede definierbare Relation endliche VC-Dimension hat. Die bekanntesten Beispiele für NIP Körper sind die komplexen Zahlen, die reellen Zahlen und die p-adischen Zahlen. Eine große offene Vermutung von Shelah besagt nun, dass dies im Wesentlichen alle Beispiele unendlicher NIP Körper sind. Um sich einem Beweis oder einer Widerlegung dieser Vermutung zu nähern, ist in erster Linie ein gutes Verständnis von Bewertungen auf NIP Körpern nötig. Hierauf liegt der Fokus dieses Forschungsvorhabens.

Franziska Jahnke studierte in Freiburg Mathematik und promovierte 2013 an der Universität Oxford. Seitdem forscht sie an der Universität Münster, zunächst als akademische Rätin und seit 2017 als Juniorprofessorin.

 

Dr. Łukasz Jędrzejowski

Dr. Łukasz Jędrzejowski

(Sprachwissenschaft)
Universität zu Köln, Institut für deutsche Sprache und Literatur I, Abteilung für Sprachwissenschaft

„Adverbialsätze als nicht-kanonische Adjunkte"

In Grammatikbeschreibungen natürlicher Sprachen unterscheidet man grundsätzlich drei Haupttypen von Nebensätzen: i) Komplementsätze, ii) Adverbialsätze und iii) Relativsätze. Die Grenzen zwischen diesen Satztypen sind jedoch vage. Das Hauptziel des Projekts ist es, Adverbialsätze zu untersuchen, die anstelle von Komplementsätzen stehen oder sich als Relativsätze analysieren lassen. Durch eine genaue Analyse solcher nicht-kanonischen Adjunkte wird man ein besseres und tieferes Verständnis sowohl für die einzelnen Nebensatztypen als auch für die sententialen Abhängigkeitsrelationen gewinnen.

Dr. Łukasz Jędrzejowski studierte "Sprachen Europas: Strukturen und Verwendung" an der Freien Universität Berlin und promovierte 2015 im Fach Linguistik an der Universität Potsdam. Kürzlich absolvierte er Gastforschungsaufenthalte in Venedig, Oslo sowie Harvard und beschäftigt sich derzeit in seinem Habilitationsprojekt mit der Variation von Adverbialsätzen.

 

Dr. Félix Krawatzek
Foto: © Annette Riedel

Dr. Félix Krawatzek

(Politikwissenschaften)
Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS), Berlin

„Erinnerungsgesetze und die Rückkehr der Nation: Russland im Kontext"

Wie öffentlich über historische Ereignisse gesprochen werden kann, hat auch eine rechtliche Komponente. Solche Erinnerungsgesetze werden von Russland aktiv genutzt, um das geschichtliche Narrativ im Land zu kontrollieren und die eigene nationale Identität zu stärken. Solche Gesetze existieren jedoch nicht nur in autoritären Regimen, sondern auch in Demokratien. Dieses Projekt möchte dazu beitragen, die politischen Dynamiken hinter der Verrechtlichung von Erinnerung und ihre gesellschaftliche Auswirkung zu verstehen. Dazu wird eine Datenbank über Erinnerungsgesetzgebung erstellt und eine Umfrage in Russland durchgeführt.

Félix Krawatzek ist Senior Researcher am ZOiS sowie Associate Member am Nuffield College (University of Oxford). Zuvor forschte er als British Academy Postdoktorand in Oxford (Department of Politics and International Relations), wo er 2015 promovierte. Als Gastwissenschaftler war er an der Sciences Po Paris sowie am Minda de Gunzburg Center for European Studies (Harvard University) tätig.

 

Dr. Elvira Mass

Dr. Elvira Mass

(Medizin: Biomedizin)
Universität Bonn, Life and Medical Sciences Institut

„Die Rolle von somatischen Mutationen im mTOR-Weg in der Pathogenese von Epilepsie"

Epilepsie ist die vierthäufigste neurologische Erkrankung und ist aufgrund der oft lebenslangen Therapieanforderungen eine erhebliche sozioökonomische Herausforderung. Ein besseres Verständnis der Krankheit und die Entwicklung wirksamerer Therapien sind daher zwingend erforderlich. Dr. Elvira Mass ist Nachwuchsgruppenleiterin am Life and Medical Sciences Institut in Bonn und untersucht die genetischen Veränderungen von unterschiedlichen Zelltypen im Gehirn, die zu epileptischen Anfällen führen können. Dabei stehen Neurone und insbesondere Mikroglia, ein bisher im Zusammenhang mit Epilepsie nur unzureichend untersuchter Zelltyp, im Fokus. Mit Hilfe von Next-Generation-Sequenzierungstechnologien werden Mikroglia und Neuronen von Epilepsie-Patienten sequenziert, um somatische Mutationen im mTOR-Signalweg zu identifizieren. Ziel ist, die Folgen des genetischen Krankheitsprozesses von Epilepsie zu erforschen um dadurch neuartige Therapieperspektiven für Patienten bei neurologischen Störungen zu eröffnen.

 

Dr. Janie M. Ondracek

Dr. Janie M. Ondracek

(Neurowissenschaften, Zoologie)
Technische Universität München, Lehrstuhl für Zoologie

„The Memory Functions of Avian Sharp Wave-Ripples"

How do neural circuits change to incorporate new memories? One of the most intriguing ideas involves bursts of brain activity that transfer new information across the brain during sleep. These bursts are known as sharp wave-ripples and are found in every mammal studied so far, including humans. But how does this process work in animals with other neural architectures and other behaviors? By using real-time perturbation of brain activity during memory tasks, this project will determine whether sharp wave-ripples are a basic mechanism for memory transfer that is shared across mammalian and non-mammalian species alike.

Dr. Janie Ondracek is a neuroscientist at the Chair of Zoology at the Technical University in Munich. Her previous research at the Max Planck Institute for Brain Research focused on sleep in reptiles and was published in 2016 in „Science". Her current research, funded by the Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), focuses on the role of sleep and memory consolidation in birds. She uses electrophysiological techniques to study brain activity during behavior.

 

Prof. Dr. Daniel Unterweger

Prof. Dr. Daniel Unterweger

(Evolutionsbiologie: Evolutionäre Medizin)
Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie Plön und Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

„Bakterien-Bakterien Interaktionen in mikrobiellen Gemeinschaften"

Sowohl als krankmachende Keime oder nützliche Bewohner unseres Körpers kommen Bakterien in Gemeinschaften vor. Dabei treten einzelne Bakterien in direkten Kontakt miteinander. Prof. Dr. Daniel Unterweger beschäftigt sich damit, welche Auswirkungen die Interaktionen zwischen Bakterien auf deren Zusammenleben in einer Gemeinschaft haben und wie sich Bakterien gegenseitig umbringen.

Prof. Dr. Daniel Unterweger ist Juniorprofessor an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und am Max Planck Institut für Evolutionsbiologie in Plön. Nach seiner Promotion im Fach Bakteriologie forschte und lehrte er als Stipendiat der Europäischen Organisation für Molekularbiologie (EMBO) an der University of Oxford.

 

Dr. Matthias Urban

Dr. Matthias Urban

(Allgemeine Sprachwissenschaft)
Eberhard Karls Universität Tübingen, DFG Center for Advanced Studies 'Words, Bones, Genes, Tools'

„Historische Sprachwissenschaft und die vorgeschichtliche Ausbreitung von Kulturpflanzen in den Anden und angrenzenden Gebieten"

Die Anden und die angrenzenden tropischen Wälder Südamerikas gehören zu den nur sechs Regionen der Welt, in denen menschliche Gesellschaften vor mehreren Tausend Jahren begannen, Pflanzen zu kultivieren. Dieses Forschungsprojekt nähert sich der Frage nach dem geographischen Ursprung und den vorgeschichtlichen Ausbreitungswegen der einzelnen Kulturpflanzen, die vielfach noch unklar sind, aus der Perspektive der ca. 150 indigenen Sprachen des Nordwestens Südamerikas. Dabei soll nach Ähnlichkeiten in den Bezeichnungen für Kulturpflanzen in diesen Sprachen gesucht werden. Diese könnten die Bezeichnungen in bestimmten Fällen als Lehnwörter identifizieren, die die ursprüngliche vorgeschichtliche Ausbreitung der Kulturpflanzen von Gesellschaft zu Gesellschaft begleitet haben.

Dr. Matthias Urban ist allgemeiner Sprachwissenschaftler. Nach der Promotion an der Abteilung für Linguistik des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig folgten wissenschaftliche Stationen in Marburg und Leiden (Niederlande). 2017 wurde er ins Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufgenommen und leitet seither eine an der Eberhard Karls Universität Tübingen angesiedelte Nachwuchsforschergruppe zur sprachlichen Vorgeschichte der Zentralanden.

 

 

Dr. Charlotte Wittekind

Dr. Charlotte Wittekind

(Psychologie: Klinische Psychologie und Psychotherapie)
Ludwig-Maximilians-Universität München, Fakultät für Psychologie und Pädagogik, Department Psychologie

„Kognitive Verzerrungen bei der Posttraumatischen Belastungsstörung"

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) stellt eine mögliche Folgereaktion auf ein extrem belastendes Ereignis dar. Obwohl mit der traumafokussierten Psychotherapie effektive Behandlungsansätze existieren, spricht ein Teil der Betroffenen nicht ausreichend auf die Behandlung an oder erleidet einen Rückfall. Die geplante Studie zielt darauf ab, das Verständnis der zugrunde liegenden kognitiven Mechanismen sowie deren Veränderung im Therapieverlauf besser zu verstehen, um langfristig bestehende Behandlungsansätze optimieren zu können.

Dr. Charlotte Wittekind promovierte an der Universität Hamburg und ist derzeit als Postdoktorandin an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig. In ihrer Forschung verbindet sie grundlagen- und anwendungsorientierte experimentelle Forschungsansätze mit dem Ziel, das Verständnis der Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen zu verbessern und die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung therapeutisch nutzbar zu machen.

 

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