Impulses for knowledge

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Jürgen Kocka

Spagat im Haus Huth

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Jürgen Kocka
Humboldt-Universität zu Berlin

18. Februar 2015
im Haus Huth, Berlin

An Profit und Akkumulation, an unternehmerischer Selbstständigkeit und Macht, an ökonomischen Erfolgen – an kapitalistischen Kriterien also waren sie als marktwirtschaftliche Akteure orientiert: Kaufleute, Fabrikanten, Bankiers und andere Unternehmensleiter des Industrialisierungszeitalters. Als Bürger engagierten sich viele von ihnen aber gleichzeitig in ihren Gemeinden und Kirchen, in gemeinnützigen Vereinen und Initiativen, auch als Mäzene und Stifter, also als zivilgesellschaftliche Akteure.

Kapitalistische Marktstrategien und zivilgesellschaftliches Engagement unterschieden sich grundlegend, konnten sich aber auch miteinander vertragen. „Ob sie aufgrund unterschiedlicher Handlungslogiken in Spannung und Konflikt miteinander standen oder ob – und unter welchen Bedingungen – sie sich gegenseitig stützten und förderten“, interessiert den Wirtschaftshistoriker Jürgen Kocka. Dies führt ihn zu einem historischen Vergleich mit dem bürgerschaftlichen Engagement von Unternehmern im 20. und 21. Jahrhundert. Damit rückt er grundsätzliche Fragen in den Blick: Wie steht es um die bürgerschaftliche Zivilisierung des Kapitalismus? Wie definiert sich Bürgertum heute? Was sind tragfähige Ressourcen der Zivilgesellschaft?

Zur Person:

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Jürgen Kocka lehrte Sozialgeschichte an der Universität Bielefeld und Geschichte der Industriellen Welt an der Freien Universität Berlin. Er war Permanent Fellow am Berliner Wissenschaftskolleg, Präsident des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) und Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW). Derzeit ist er Permanent Fellow am Internationalen Geisteswissenschaftlichen Kolleg „Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive“ der Humboldt-Universität zu Berlin und Senior Fellow am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Seine Arbeitsgebiete sind: europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, insbesondere: historischer Vergleich, Sozialgeschichte, Geschichte der Unternehmen und der Arbeitsverhältnisse, der Arbeiterklasse, des Bürgertums und der Zivilgesellschaft. Sein zuletzt veröffentlichtes Buch: „Geschichte des Kapitalismus“ (München 2013).

Podcast:

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