Impulses for knowledge

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Prof. Dr. med. Detlev Ganten

Time Gap im Haus Huth

Prof. Dr. med. Detlev Ganten
Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Charité
Präsident des World Health Summit, Berlin

07. Mai 2015
im Haus Huth, Berlin

Unsere Vorfahren lebten sehr entbehrungsreich. Demgegenüber haben wir uns heute das vermeintliche Paradies auf Erden geschaffen; körperliche Anstrengung ist eher die Ausnahme. Bewegungsmangel und Fehlernährung sind so zu den modernen Seuchen geworden. Sie fordern ebenso viel Leid und Tote wie die Epidemien des Mittelalters.

Medizin allein kann keine vollständige Gesundheit garantieren. Es waren beispielsweise nicht die Mediziner mit ihren Therapien, die die Cholera besiegt haben, sondern moderner Städtebau und Abwassersysteme. Erst als die Wissenschaft den Zusammenhang zwischen Hygiene und Infektion erkannte und die Bevölkerung Regeln der Reinlichkeit beachtete, verschwand die Plage. Gesundheit ist mehr als Medizin, und sie hat sehr viel mit der evolutionären Prägung des Menschen zu tun.

Der Evolutionsmediziner Detlev Ganten geht daher sehr weit zurück in die Vergangenheit: „Es geht nicht nur um die unmittelbaren Auslöser einer Erkrankung des einzelnen Patienten, sondern um die Anfälligkeiten und Prädispositionen, die sich aus letztlich 3,5 Milliarden Jahren Evolution ergeben haben und die wir bei einer gesunden Lebensweise berücksichtigen müssen.“

Zur Person:

Prof. Dr. med Detlev Ganten war ursprünglich Landwirt, entschied sich dann aber für die Medizin. Nach Studium und Promotion wurde er 1975 an das Pharmakologische Institut nach Heidelberg berufen. 1991 wurde Professor Ganten Gründungsdirektor und Vorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und zugleich Inhaber des Lehrstuhls für Klinische Pharmakologie am Klinikum Benjamin Franklin. Von 2004 bis 2008 war er Vorstandsvorsitzender der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Seit 2009 ist er unter anderem Präsident des World Health Summit, auf dem in Berlin jährlich an die 1200 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft aus rund 90 Ländern die wichtigsten Fragen zur Verbesserung der Gesundheit der Weltbevölkerung diskutieren und Empfehlungen aussprechen.

Podcast:

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