Impulses for knowledge

publikum_bbv.jpg
Dr. Bernhard Kegel
© Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Hillig

Mensch, Umwelt, Technik

Dr. Bernhard Kegel
Wissenschaftspublizist und Schriftsteller

17. November 2016
Mercedes-Benz, Kundencenter Bremen

Wer bei „Symbionten“ oder „Holobionten“ an Kreaturen aus den Horror-Laboren Hollywoods denkt, liegt falsch. Jeder Mensch ist ein Holobiont und lebt tagein tagaus mit zahllosen Symbionten zusammen – so die Erkenntnis einer weitgehend unbemerkten Gruppe von Mikrobiologen. Sie schicken sich an, unser biologisches Weltbild zu revolutionieren. Bislang waren Mikroben eher als Parasiten und Krankheitserreger verrufen. Mikrobiologen dagegen richten ihren Blick auf die lebensnotwendige Bedeutung symbiotischer Gemeinschaften. In ihren Augen sind Lebewesen Superorganismen oder Holobionten.

Denn Organismen – ob Mensch, Tier oder Pflanze – sind keine Einzelwesen oder Individuen, sondern setzen sich aus einem großen Wirt und einer spezifischen Gemeinschaft mit vielen kleinen und kleinsten Partnerorganismen zusammen. „Mit Hilfe modernster molekularbiologischer Methoden wird der Vorhang für ein Schauspiel gelüftet, in dem die allgegenwärtigen Mikroben eine Hauptrolle spielen“, sagt der Wissenschaftspublizist Bernhard Kegel. „Es handelt aber weniger von Krankheit und Tod, als von Gesundheit, Kooperation und Arbeitsteilung.“ Kegel liest aus seinem aktuellen Buch „Die Herrscher der Welt“ und spricht über die zentralen Botschaften dieser neuen Erkenntnisse.

Zur Person:

Der gebürtige Berliner Bernhard Kegel ist einer der renommiertesten deutschen Wissenschaftsautoren. Nach dem Studium der Biologie und Chemie an der Freien Universität promovierte er 1991 an der Technischen Universität Berlin. Danach leitete er für den Berliner Senat eine zoologische Bestandsaufnahme städtischer Naturschutzgebiete. Parallel begann er zu schreiben und ist seit 1996 als freier Publizist tätig. Seit 1993 sind fünf Romane und vier Sachbücher erschienen, die mit mehreren Publizistikpreisen ausgezeichnet wurden. Sein Anfang 2015 erschienenes Sachbuch "Die Herrscher der Welt - Wie Mikroben unser Leben bestimmen" erhielt großes Lob in der Presse. Auslöser für das Buch waren Erkenntnisse, die er auf zwei Reisen im Jahr 2013 gewann: Im Februar 2013 unternahm Kegel eine Reise zu einer Forschergruppe des Bremer Leibniz-Zentrums für Marine Tropenökologie (ZMT) in die Aqaba Marine Science Station (Jordanien). Im folgenden Monat hielt er sich in der Charles Darwin Research Station auf den Galapagos Inseln auf. Als erster deutscher Autor war er 2013 und 2015 Fellow am Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst.

Anmeldung: Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist allerdings erforderlich. Auf Grund des begrenzten Platzangebots können die Anmeldungen nur in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt werden. Sie können sich online anmelden oder auch per E-Mail bei mut@daimler-benz-stiftung.de.

Bild- und Tonaufnahmen: Während der Veranstaltung werden Bild- und Tonaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung gemacht. Mit Ihrer Anmeldung erklären Sie sich mit deren Veröffentlichung einverstanden.

Hinweis: Nach Veranstaltungsbeginn ist leider kein Eintritt mehr möglich.

Einladung

[ zurück ]

Mensch, Umwelt, Technik

Die wissenschaftliche Suche nach Erkenntnissen bringt eine Vielzahl von faszinierenden Forschungsergebnissen und innovativen, oft kontroversen Theorien hervor und fordert damit den Disput heraus. Dieser Disput kann angesichts der großen Relevanz wissenschaftlicher Erkenntnisse für Staat und Gesellschaft nicht nur wissenschaftsintern geführt werden; die Wissenschaften stehen gleichermaßen vor der Herausforderung, sich in einem Dialog den drängenden Fragen der Öffentlichkeit zu stellen. Mit der Vortragsreihe „Mensch, Umwelt, Technik" richten das Mercedes-Benz Werk Bremen und die Daimler und Benz Stiftung gemeinsam wissenschaftliche Vorträge im Mercedes-Benz Kundencenter Bremen aus. Wissenschaftler oder Wissenschaftspublizisten vermitteln aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung zu den Wechselbeziehungen zwischen Mensch, Umwelt und Technik und beziehen zu gesellschaftlich relevanten Fragen Position.