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Jean Améry. The Resilience of Enlightenment

 

Jean Améry, philosophischer Autodidakt, ist bekannt für seine Betrachtungen zu Auschwitz, wo er zwei Jahre inhaftiert war. Doch sein Roman Charles Bovary, Landarzt. Porträt eines einfachen Mannes und seine späten Essays machten ihn zu einem der eindringlichsten Verteidiger der Aufklärung im 20. Jahrhundert. Améry zeigt, wie in Auschwitz die Vernunft versagte. Dennoch ist für ihn “der menschenfreundliche Optimismus der Aufklärung mit den statischen Werten von Freiheit, Vernunft, Gerechtigkeit, Wahrheit unsere einzige Chance, Geschichte zu machen und mit ihr das recht eigentlich humane Geschäft: die Sinngebung des Sinnlosen zu betreiben“. Diesem vermeintlichen Widerspruch widmet sich die Tagung.

Konzeption: Susan Neiman, Potsdam

mit Beiträgen u.a. von Moshe Halbertal, Jerusalem; Stephen Holmes, New York; Susan Neiman, Potsdam; Jan Philipp Reemtsma, Hamburg; David Shulman, Jerusalem

Einstein-Forum

01.-03. Juli 2020

Die Veranstaltung wurde gefördert
von der Daimler und Benz Stiftung.

 

 

 

Theorien und Praktiken der Interdisziplinarität

 

Interdisziplinarität ist ein Schlagwort, das in akademischen Selbstdarstellungen und wissenschaftlichen Förderanträgen oft unhinterfragt als vermeintlicher Erfolgsgarant fungiert. Innovation, so will es scheinen, ist von einem Fach allein nicht mehr zu erwarten. Die Umsetzung dieser Agenda stellt jedoch vor allem für die Geisteswissenschaften eine Herausforderung dar, der sich die Tagung in theoretischer, historischer und praxeologischer Perspektive widmet. Welche Beispiele gibt es für das Misslingen, aber auch für das Gelingen interfachlicher Zusammenarbeit einer Disziplin der Geisteswissenschaften mit einer deutlich entfernten Disziplin? Gibt es eine gegenseitige Befruchtung von Physik und Philosophie? Wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung quantitativer Methoden auf kulturgeschichtliche Felder? Wo enden methodisch redliche und erkenntnistheoretisch ertragreiche Anleihen bei einem anderen Fach, wo beginnt der Dilettantismus? Welche Formen interdisziplinärer Zusammenarbeit lassen sich unterscheiden und welchen Interessen dienen sie? Wie kann – wenn es so etwas gibt – echte Interdisziplinarität curricular gefördert werden?

Konzeption: Andrea Albrecht, Heidelberg, und Franziska Bomski, Potsdam

Einstein-Forum

Geplant: 06.-08. Mai 2020

Die Veranstaltung wurde gefördert
von der Daimler und Benz Stiftung.

 

 

 

Gefühl zeigen. Emotionen im Kino

 

War es lange Zeit verpönt, Gefühl zu zeigen, ist es inzwischen eher eine Forderung an uns alle, Emotionen nicht zu unterdrücken. Prägend sind dafür immer auch öffentliche, vor allem professionelle Darstellungen des Fühlens, vor allem im Kino und in den Medien. Beiträge aus verschiedenen Disziplinen erörterten unter anderem, wie sich die Möglichkeiten, Gefühl zu inszenieren, vom Theater über den Stummfilm zum Ton- und schließlich Farbfilm ändern, wie gesellschaftliche Gefühlskonventionen mit denen auf dem Theater interagieren, wie die Gefühlsdarstellung, etwa durch das Casting oder durch die Maske, vorbereitet wird, und wie Emotionen typisiert werden.

Konzeption: Ursula von Keitz, Potsdam, und Rüdiger Zill, Potsdam

mit Beiträgen von Annette Dorgerloh, Berlin; Julia Dufek, Potsdam; Fabienne Liptay, Zürich; Stephen Lowry, Stuttgart; Christine Reeh-Peters, Potsdam; Stefan Schmidl, Wien; Dieter Thomä, St. Gallen; Íngrid Vendrell Ferran, Frankfurt/Main; Isa Willinger, Berlin

Broschüre

Einstein-Forum

23.-25. Januar 2020

Die Veranstaltung wurde gefördert
von der Daimler und Benz Stiftung.