Intelligente Lebensrettung in Gewässern
© Flipper Zeichnung
Jedes Jahr verunglücken viele Menschen in deutschen Gewässern. Kritische Situationen bleiben oft unbemerkt, wertvolle Minuten verstreichen. Rettungskräfte stehen vor der Herausforderung, eine Person unter schwierigen Bedingungen schnellstmöglich zu lokalisieren. Ziel des Förderprojekts „Intelligentes Personen-Positionierungs- und Echtzeit-Rettungssystem im Wasser“ ist es, die Wasserrettung technologisch zu optimieren. Das Projekt wird über einen Zeitraum von über einem Jahr mit 143.000 Euro gefördert.
Heutige Rettungseinsätze im Wasser erfolgen nach Sichtung der gefährdeten Person meist durch den Einsatz von Booten oder Tauchern; vereinzelt kommen auch Drohnen zum Einsatz. Ihre Möglichkeiten sind jedoch begrenzt, wenn ein Mensch bereits unter die Wasseroberfläche geraten ist. Die größten Hürden im gesamten Rettungsprozess sind bislang die frühzeitige Erkennung einer akuten Notsituation und das rasche Wiederauffinden einer vermissten Person.
Startpunkt des neuen Förderprojekts ist eine umfassende Anforderungsanalyse: Unterschiedliche Gewässer in Deutschland werden hinsichtlich ihrer Beschaffenheit untersucht – Sichttiefe, Strömungsverhältnisse, Uferstrukturen und typische Nutzungsszenarien. Zugleich werden bestehende Rettungsmanöver analysiert, um Schwachstellen systematisch zu ermitteln. Auf dieser Basis werden konkrete Anforderungen an ein neu zu entwickelndes Unterstützungssystem abgeleitet.
Auf dieser Basis wollen die Wissenschaftler innovative Sensorsystemkonzepte entwickeln, die klassische und bewährte Verfahren sinnvoll ergänzen. Mit einer intelligenten Kombination aus Sonar- und Kameradaten können Personen sowohl an der Oberfläche als auch unterhalb der Wasseroberfläche detektiert werden. Der Einsatz moderner Sensortechnologien mit datenbasierter Auswertung soll Suchzeiten verkürzen, Einsatzkräfte entlasten und die Erfolgswahrscheinlichkeit von Rettungsmaßnahmen erhöhen. Geplant ist die Entwicklung modularer Prototypen, die flexibel an unterschiedliche Einsatzorte und Anforderungen angepasst werden können. Ziel ist eine praxistaugliche und wirtschaftliche Lösung mit breitem Einsatzpotenzial, um Leben schneller und zuverlässiger schützen zu können.
- Prof. Dr. Markus Straßberger, Technische Hochschule Deggendorf, Fakultät Elektrotechnik und Medientechnik
- Lisa-Marie Geßner, Technische Hochschule Deggendorf, Zentrum für Angewandte Forschung