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Auszeichnungen für Stipendiaten

 
 

Die Daimler und Benz Stiftung gratuliert zwei Wissenschaftlern zur Auszeichnung mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2021 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Maschinenbau-Ingenieurin Dr. Silvia Budday ist bereits Preisträgerin des Bertha-Benz-Preises 2018 der Stiftung und wurde nun für ihre Forschung auf dem Gebiet der Biomechanik ausgezeichnet. Der Biochemiker Dr. Jan Michael Schuller, der aktuell im Rahmen des Stipendienprogramms für Juniorprofessoren und Postdoktoranden von der Stiftung gefördert wird, erhält den Preis für seine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der strukturellen Mikrobiologie.

 
 

Erkrankungen wie Epilepsie, Schizophrenie, Alzheimer oder Parkinson gehen oft mit mechanischen Veränderungen oder Fehlbildungen des Gehirns einher. Mithilfe von am Computer erstellten 3D-Modellen erforscht Dr. Silvia Budday die mechanischen Eigenschaften von Gehirngewebe, was aufgrund seiner ultraweichen Materialeigenschaften eine besondere Herausforderung darstellt. Sie ist damit eine der weltweit führenden Wissenschaftlerinnen in der Kontinuumsbiomechanik. Bereits in ihrer mit dem Bertha-Benz-Preis ausgezeichneten Promotion "Mechanische Aspekte der Gehirnentwicklung" beschritt sie in diesem noch jungen Forschungsgebiet ganz neue Wege, indem sie den Einfluss physikalischer Kräfte auf die Strukturbildung des Gehirns systematisch untersuchte.

Seit 2019 leitet Budday eine im Emmy Noether-Programm von der DFG geförderte Nachwuchsgruppe an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, anhand der hier entwickelten mechanischen Modelle das regionsabhängige Verhalten von Gehirngewebe zu beschreiben, aber auch Veränderungen während der Entwicklung, etwa durch Krankheit vorherzusagen. Dies soll eine frühere Diagnostizierung von Krankheiten und eine Optimierung von Behandlunxgen ermöglichen.

Weitere Informationen
www.brainiacs.research.fau.eu

 

 
 

Die Forschung des Biochemikers Dr. Jan Michael Schuller, der seit 2021 von der Stiftung gefördert wird, soll einen Beitrag zum Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels leisten. Es geht darum, wie Bakterien das Treibhausgas CO2 der Atmosphäre entziehen und auf sich ändernde Umwelteinflüsse reagieren. Das Verstehen der dabei ablaufenden chemischen Reaktionen kann darüber hinaus dafür eingesetzt werden, Naturstoffe und solare Brennstoffe künftig aus optimierten, photosynthetisch aktiven Mikroorganismen herzustellen.

Schuller forscht an Cyanobakterien, allgemein auch Blaualgen genannt, die wegen ihrer weiten Verbreitung in den Weltmeeren eine Schlüsselfunktion im globalen Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf einnehmen. Seit Juli 2020 leitet er eine von der DFG geförderte Emmy Noether-Nachwuchsgruppe  im Fachbereich Chemie der Philipps-Universität Marburg. Schuller und sein Team untersuchen die Struktur derjenigen Enzymkomplexe, die in den Cyanobakterien an der Kohlenstofffixierung und den damit verbundenen molekularen Mechanismen der Kohlenstoffakkumulation innerhalb der Zelle beteiligt sind. Auf atomarer Ebene werden die Strukturen durch hochauflösende Kryo-Elektronenmikroskopie ermittelt und erlauben so die detaillierte Darstellung der biokatalytischen Reaktionen im dreidimensionalen Raum.

Weitere Informationen
www.schullerlab.org