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Humboldt-Professur für Malte Gather
Der ehemalige Stipendiat Malte Gather erhält Humboldt-Professur

 

Der ehemalige Stipendiat der Daimler und Benz Stiftung, Prof. Dr. Malte Gather, wurde 2019 für seine wissenschaftlichen Leistungen mit einer Humboldt-Professur ausgezeichnet. Die Alexander von Humboldt-Professur ist mit fünf Millionen Euro der höchstdotierte Forschungspreis Deutschlands und dient dazu, internationale Spitzenforscher an deutsche Universitäten zu holen. Nominiert wurde Gather von der Universität zu Köln. Malte Gather wurde von 2012 bis 2014 von der Daimler und Benz Stiftung als Juniorprofessor im Rahmen ihres Postdoktorandenprogramms für sein Forschungsvorhaben „Mikro-Mechanische Dünnschicht-Sensoren für die Zellbiologie auf Basis organischer Elektronik" gefördert.

Forschungsgebiet: Nanobiophotonik
Klassische Laser benutzen Halbleiter, um einen Laserstrahl zu erzeugen. Dass aber auch biologische Zellen als Lasermedium benutzt werden können, ist eine neuere Erkenntnis, mit der der Physiker Malte Gather vor einigen Jahren Aufsehen erregte. Inspiriert von leuchtenden Quallen verwendete er ein grün fluoreszierendes Protein, das von Bakterienzellen produziert wird, und benutzte es als Verstärker für optische Signale. Eine Technik also, die lebende Zellen in winzige Laser verwandelt. Entdeckungen wie diese machen das junge Fachgebiet Nanobiophotonik aus. Es erforscht an den Schnittstellen zwischen Biophysik, Materialphysik und Medizin die Grundlagen für Anwendungen beispielsweise in neuen Materialien oder in der medizinischen Diagnostik und Therapie. Aktuell arbeitet Malte Gather an biokompatiblen Anwendungen der von Smartphone-Displays bekannten OLED-Technik, die das Potenzial zur Heilung visueller Neuroerkrankungen haben. An der Universität Köln soll er das neu gegründete Forschungszentrum für NanoBioPhotonics leiten und Arbeiten in den Bereichen der Material- und Lebenswissenschaften zusammenführen.

Malte Gather, Jahrgang 1981, ist seit 2013 Lehrstuhlinhaber an der School of Physics and Astronomy der University of St Andrews in Schottland. Nach seinem Studium der Physik in Aachen und am Imperial College London und der Promotion in Physikalischer Chemie an der Universität zu Köln ging Gather 2008 zunächst als Research Fellow an die University of Iceland in Reykjavík, dann für drei Jahre an die Harvard University, Cambridge (USA). 2011 kehrte er nach Deutschland zurück, um eine Juniorprofessur an der Technischen Universität Dresden anzutreten. Gather wurde mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, darunter 2014 mit einem ERC Starting Grant.

Im Rückblick auf seine Zeit als Stipendiat der Stiftung resümiert Malte Gather: „Mein Stipendium der Daimler und Benz Stiftung war das erste externe 'Geld' für meine neue Arbeitsgruppe als Juniorprofessor in Dresden. Durch die schnelle, unkomplizierte und auf wissenschaftliche Inhalte fokussierte Förderung hat die Stiftung einen wesentlichen Beitrag zum Start meiner unabhängigen Forschung geliefert."