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Was tun, wenn das Wachstum schwindet?

 

© Dr. Reiner Klingholz

Nicht nur Deutschland, praktisch alle Länder der Welt erleben gerade einen synchronen wirtschaftlichen Aufschwung. Doch die Erfahrung lehrt, dass diese Boomphasen zyklischer Natur sind und rasch wieder enden können. Über solche Konjunkturzyklen hinaus hat sich das Wirtschaftswachstum der Industrienationen über die Jahrzehnte hinweg deutlich verlangsamt.

Zweifel hat aber auch eine dunkle Kehrseite: Dies musste Angela Merkel mit ihrem „Wir schaffen das!“ erleben, dessen ursprüngliche Wirkkraft durch andauernde Zweifel unterminiert wurde. Dies gilt auch für die Diskussion über die Gefahren der Treibhausgase für das Klima, die besonders in den USA zunehmend durch „Klimaskeptiker“ dominiert wird – mit der Konsequenz des Rückzugs der USA aus internationalen Verträgen.

Dafür gibt es strukturelle Gründe, wie den demografischen Wandel, den Rückgang der Produktivitätszuwächse oder die wachsende Vermögensungleichheit in den Gesellschaften.

Es könnte also sein, dass wir entgegen dem kurzfristigen Eindruck auf ein langfristiges Ausklingen des Wirtschaftswachstums zusteuern. Doch sind wir darauf überhaupt vorbereitet? Oder haben wir unsere Sozialsysteme, unsere Staatsfinanzen oder unsere Schuldenpolitik nicht viel zu lange schon vom Wachstum abhängig gemacht? „Wir brauchen einen ‚Plan B‘, für den Fall, dass das Wachstum, anders als es die meisten Ökonomen unterstellen, kein Naturgesetz ist“, so der Bevölkerungsforscher Reiner Klingholz. Dies führt ihn zu der Frage: Benötigen wir ein neues Gesellschaftsmodell für ein Wohlergehen der Menschen und einen sozialen Ausgleich bei weniger oder gar in Abwesenheit von Wachstum?

Heterodoxie im Haus Huth

Dr. Reiner Klingholz
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

13. Juni 2018
Haus Huth, 10795 Berlin

Der Chemiker und Molekularbiologe Dr. Reiner Klingholz forschte an der Universität Hamburg, war Wissenschaftsredakteur des Wochenblattes DIE ZEIT und Geschäftsführer des Monatsmagazins GEO sowie von GEO-Wissen. Seit 2003 ist er Direktor des „Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung“, einer Denkfabrik für Fragen des internationalen demografischen Wandels. 2013 und 2015 war er Fellow am Stellenbosch Institute for Advanced Study in Südafrika.

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