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Bollwerk Zivilgesellschaft? Der Drang zum Extremen und Fanatismus in unsicheren Zeiten

 

© Alex Schmitt Photography

Das Verschwinden von Sicherheit ist zum Kennzeichen unserer Zeit geworden. Viele Menschen erleben sich von dem rasanten Tempo der gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen überfordert. Die Antwort vieler Bürger auf die wachsende Unsicherheit ist eine Radikalisierung ihrer Lebensführung. Sie wenden sich Extremen zu, die ihnen wieder Klarheit darüber verschaffen, was richtig oder falsch sei. Der Fremdenfeind, der alle Probleme dieser Welt aus der massenhaften Ankunft von Flüchtlingen herleitet, der sich allen digitalen Neuerungen der Selbstkontrolle unterwerfende Selbstoptimierer, der Sicherheitsfanatiker, der radikale Wertnostalgiker und der fanatische Veganer – sie alle eint aus psychologischer Sicht mehr, als ihnen bewusst ist.

„Die um sich greifende Radikalisierung und der alltägliche Fanatismus werden immer mehr zu einer Gefahr für die Demokratie“, befindet der Sozialpsychologe Ernst-Dieter Lantermann, „und immer drängender wird die Frage: Was tun?“ Er liest aus seinem aktuellen Buch „Die radikalisierte Gesellschaft“ und zieht ein Resümee seiner Erkenntnisse.

Reihe Mensch, Umwelt, Technik

Prof. Dr. Ernst-Dieter Lantermann
Universität Kassel, Institut für Psychologie

11. Dezember 2017
Mercedes-Benz, Kundencenter Bremen

Ernst-Dieter Lantermann war 1979 bis 2013 Professor für Persönlichkeits- und Sozialpsychologie an der Universität Kassel. Des Weiteren hatte er Gastprofessuren in Leipzig, Mannheim, Bern und Potsdam inne. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Artikel und Fachpublikationen zum Verhältnis von Mensch und Umwelt, Denken und Gefühl sowie zu Komplexitätsmanagement. Er leitete in den vergangenen 15 Jahren zahlreiche Studien über den Umgang mit Ungewissheit und Unsicherheit und forscht gemeinsam mit dem Soziologen Heinz Bude über Hintergründe und Folgen gesellschaftlicher Exklusion. Mit Jürgen Dolle, ehemaligem Personalvorstand eines Technologieunternehmens, betreibt er in Kassel die „Praxis für Organisationsentwicklung“.