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Mortui vivos docent – Wie Leichenschau und Obduktion Leben retten

 

In Deutschland müssen Verstorbene untersucht werden, bevor sie bestattet werden dürfen. Der Arzt stellt die Todesart – natürlich oder nicht-natürlich – und die Todesursache fest. Von den Ergebnissen der Leichenschau hängt es ab, ob eine Obduktion vorgenommen wird. Bei Tötungsdelikten ist der Nutzen einer Klärung der Todesursache und -umstände für die Lebenden offensichtlich: Es geht um die öffentliche Sicherheit, den Glauben an den Rechtsstaat und nicht zuletzt um ein Gerechtigkeitsgefühl. Sorgfältig durchgeführte Leichenschauen können aber auch lebensrettend sein. So können Unfallhäufigkeiten erkannt und deren Ursachen beseitigt werden. Liegt ein natürlicher Tod vor, liefern Obduktionen Erkenntnisse zu Krankheitsverläufen. Eine wichtige Rolle spielen zudem Fälle, bei denen nach Ausschöpfung aller diagnostischen Methoden im Rahmen einer Obduktion keine Todesursache gefunden wird, etwa beim plötzlichen Kindstod. Durch systematische Auswertungen konnte die Rechtsmedizin Risikofaktoren dafür benennen, was bis heute unzählige Leben gerettet hat. Marcel A. Verhoff wird anhand konkreter Beispiele die Bedeutung der Rechtsmedizin erläutern und Perspektiven aufzeigen, die sich insbesondere durch die molekulare Autopsie als weitere diagnostische Option ergeben.

Referent
Prof. Dr. Marcel A. Verhoff hat seit 2013 die Professur für Rechtsmedizin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main inne, zugleich ist er Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum. Wissenschaftlich befasst er sich mit der Täteridentifizierung durch forensische DNA-Analysen, der Bestimmung von Leichenliegezeiten und der Begutachtung knöcherner Strukturen.
 

Dialog im Museum
06. Oktober 2022
Mercedes-Benz Museum
70372 Stuttgart

Referent:
Prof. Dr. Marcel A. Verhoff
Goethe-Universität Frankfurt am Main

Sie haben die Möglichkeit, über diesen Link dem Vortrag zu folgen und auch Fragen an den Referenten zu stellen. Die Teilnahme an der Präsenzveranstaltung kann aufgrund des begrenzten Platzangebotes nur mit persönlicher Einladung erfolgen.