Auf dem Grundstück Nr. 4180 der Gemarkung Ladenburg stand eines der ersten Häuser außerhalb der historischen Stadtmauer ein kleiner Bauernhof im Besitz der Brüder Ignaz und Georg Vogel. Im Jahr 1877 erwarb dieses Grundstück der Brauereibesitzer Christian-Friedrich Leonhard aus Mannheim, der darauf ein dreigeschossiges Gebäude errichtete, den Kern der heutigen Bausubstanz des Hauses.
Am 21. Juni 1905 kauften Bertha und Karl Benz das Anwesen. Dazu gehörte ein parkartiger, sich bis an die Schleife des Neckars hinziehender Garten. Unter den hohen Bäumen ließ Karl Benz eine im Stil eines wehrhaften Turms gehaltene Garage errichten, in der sein "Benz-Victoria" neben einer kleinen Werkstatt untergebracht wurde.
Karl Benz ließ das Haus zweimal wesentlich umgestalten. 1921 wurde eine Veranda mit Flachdach angebaut. Einige Jahre später erhielt das Haus seine heutige Form. Durch den Anbau an der Südseite über die gesamte Giebelseite wurde das Gebäude um fast ein Drittel vergrößert.
In diesem Haus erlebte Karl Benz seine großen Ehrungen als Automobilpionier, hier lebte er bis zu seinem Tod im Jahr 1929; seine Frau Bertha starb im Jahr 1944. Bis 1969 bewohnten die Nachfahren von Karl Benz das Anwesen, bis es in den Besitz der Stadt Ladenburg überging. 1985 konnte es schließlich von der damaligen Daimler-Benz AG übernommen werden.
Umfangreiche Renovierungsarbeiten waren erforderlich, um den Bestand das Hauses zu sichern. Heute ist dort im Gartengeschoss eine Ausstellung eingerichtet, die in erster Linie den Ingenieurleistungen von Karl Benz gewidmet ist.
Gezeigt werden ein Nachbau des berühmten "Benz-Patent-Motorwagens" sowie Modelle von Zündung, Lenkung und Vergaser. Eine Reihe persönlicher Erinnerungsstücke sowie Informationen zum Leben von Karl Benz als Ingenieur, Unternehmer und Privatmann vermitteln obendrein eine lebendige Erinnerung an den großen Pionier des Automobils.
Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich die Geschäftsstelle der "Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung", die übrigen Räume dienen als Seminar- und Konferenzräume. So ist das Haus heute eine Stätte der Bildung und Begegnung, ein historischer Ort für den Gedankenaustausch über das Heute und Morgen.