Neue Fortsetzungsreihe im Innovationsforum
der Gottlieb Daimler- und Karl-Benz-Stiftung
"Absorptive Capacity - Schlüsselfaktor der Innovationsfähigkeit"

Brot wird in Öl getunkt. 
4. Innovationsforum: Innovationsquelle externes Wissen -
Die Rolle der Absorptive Capacity

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Georg Schreyögg
Institut für Management der Freien Universität Berlin

22. Februar 2010

                                                                 

Bericht


Theorie im Praxis-Check
Das 4. Innovationsforum „Innovationsquelle externes Wissen –
Die Rolle der Absorptive Capacity“ am 22. Februar 2010 in Berlin

 

Was heißt Absorptive Capacity? Welche Praktiken umfasst das Absorptionsvermögen von Unternehmen? Und welche Methoden erweisen sich in der Unternehmenspraxis als besonders erfolgreich?
Mit diesen Fragen befassten sich Wissenschaftler des Instituts für Management der Freien Universität Berlin und Führungskräfte sowie Mitarbeiter der Daimler AG beim nunmehr 4. Innovationsforum.

Ein etabliertes Format mit neuen Themen
Die Reihe der Innovationsforen der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung bildet eine Plattform für den Dialog zwischen innovativer Forschung und gelebter Praxis im Unternehmen. Damit hat die Stiftung ein neues Veranstaltungsformat etabliert, in dessen Mittelpunkt der Austausch steht. Dem Leitthema der Veranstaltungsreihe „Innovation und Innovieren als unternehmerische Grundaufgabe“ folgend, diskutieren Wissenschaftler hier ihre neuen Ideen und Erkenntnisse aus der Innovations- und Managementforschung mit Mitarbeitern der Daimler AG.

 

Unter den Zuhörern: Professor Eckard Minx, Vorstandsvorsitzender der Stiftung

Unter den Zuhörern (l.): Professor Eckard Minx, Vorstandsvorsitzender der Stiftung (Fotos: Sean Sullivan)                                                       

 

Nach der erfolgreichen Auftaktreihe „Technologische und strategische Pfade“ setzt die Stiftung die Innovationsforen mit dem Thema „Absorptive Capacity – Schlüsselfaktor der Innovationsfähigkeit“ fort. Im Fokus stehen diesmal die Bedeutung externen Wissens und die Fähigkeit des Unternehmens, das Wissen der Anderen aufzunehmen und gewinnbringend zu verarbeiten.

Absorptive Capacity – Schlüsselfaktor der Innovationsfähigkeit
Will ein Unternehmen heute innovativ sein und langfristig am Markt bestehen, ist die Fähigkeit zur Wissensabsorption ein zentraler Erfolgsfaktor. „Doch Innovation beginnt in den Köpfen“, sagte Professor Eckard Minx, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung zur Eröffnung. Will ein Unternehmen innovativ sein, müssen „Manager sich heute etwas trauen. An Offenheit und Begeisterung für Neues bedarf es mehr.“

Was ich nicht kenne, kann ich nicht sehen.
Inmitten minimalistischer Kunstwerke der Moderne im Daimler Contemporary übernahm Professor Georg Schreyögg, der wissenschaftliche Leiter des Innovationsforums, den Einführungsvortrag zu „Konzept und Erfolgsfaktoren der Absorptive Capacity“

 

Wissenschaft und Kunst: Professor Georg Schreyögg bei seiner Einführung.

Wissenschaft und Kunst: Professor Georg Schreyögg bei seiner Einführung.

 

Sein Beitrag stellte die theoretischen Grundlagen des Absorptive Capacity Konzepts vor, illustriert mit einer Vielzahl von Beispielen aus der Unternehmenspraxis. Der Weg von der klassischen Closed Innovation, mit der eigenen Erfindung als Leitbild, zur Absorptive Capacity erfordert offene Organisationskulturen, grenzüberschreitende Einheiten und überlappende Strukturen zwischen verschiedenen Funktionsbereichen im Unternehmen, so die zentrale Botschaft des Beitrags.

 

Moderator Thomas Waschke von der Society and Technology Research Group der Daimler AG

Moderator Thomas Waschke von der Society and Technology Research Group der Daimler AG

 

Wie solche offenen Organisationsformen in der Unternehmenspraxis umgesetzt werden können und welche Potenziale aber auch Hemmnisse im Unternehmen bestehen, das waren im Anschluss die Fragen intensiver Tischdiskussionen. Moderatorenduos – jeweils bestehend aus einem Vertreter der Society and Technology Research Group der Daimler AG und einem Nachwuchswissenschaftler der Freien Universität Berlin – leiteten die kleinen Diskussionsgruppen. Hier wurde nicht nur die Theorie der Absorptive Capacity einem kritischen Praxis-Check unterzogen, auch die Erfolgsfaktoren und Fallstricke zunehmend durchlässiger Unternehmensgrenzen in der Praxis wurden diskutiert.

 

Moderierte ebenfalls eine Tischrunde. Harald Preissler von der Forschungsgruppe der Daimler AG.

Moderierte ebenfalls eine Tischrunde. Harald Preissler von der Forschungsgruppe der Daimler AG.


Informelle Vernetzung – das ist das Erfolgsrezept
Erfolgreiche Wissensabsorption kann durch ein effektives Netzwerkmanagement geleistet werden. Dies ging aus den Vorträgen über die „gelebte“ Forschung und Entwicklung im Unternehmen sowie den Diskussionsbeiträgen in den World Café-Gesprächsrunden hervor. Die entspannte Atmosphäre eines Kaffeehauses mit vielen „Begegnungen“ und Gesprächen der Teilnehmer und nicht zuletzt der Einladung zur kreativen Dokumentation ihrer Gedanken (s. Foto unten), brachten interessante Ideen und einfallsreiche Lösungsvorschläge auf den Tisch. Im Sinne der Open Innovation kommt es darauf an, bereits zu einem frühen Zeitpunkt Kunden und Partner in den Innovationsprozess mit einzubeziehen und auch intern durch funktionsübergreifende Projektteams, Ideen und Umsetzungskompetenz zu bündeln

 

Moderator Dr. Frank Lerch von der FU Berlin und Professor Martina Eberl, HWR Berlin, im World Café-Gespräch.

Moderator Dr. Frank Lerch von der FU Berlin und Professor Martina Eberl, HWR Berlin, im World Café-Gespräch.

 

Tanz – eine permanente Innovation?
Der Abendvortrag entführte die Teilnehmer dann in eine ganz andere Welt – die des zeitgenössischen Tanzes. Ludger Orlok, Kurator und künstlerischer Leiter der Tanzfabrik Berlin, zeigte in seinem interaktiven und dynamischen Beitrag Schnittstellen zwischen der Kunstform des Tanzes und den Anforderungen an innovatives Management im Unternehmen auf.

 

Ludger Orlok, Kurator und künstlerischer Leiter der Tanzfabrik Berlin, hielt den Abendvortrag über Tanz und Management.

Ludger Orlok, Kurator und künstlerischer Leiter der Tanzfabrik Berlin, hielt den Abendvortrag über Tanz und Management.

 

Die Ziele sind ähnlich: die kontinuierliche Reflexion über das Geschehen und nicht (nur) die Fertigung eines beständigen Produkts und das Verlassen ausgetretener Pfade, um neue Bewegungs- bzw. Handlungsoptionen zu schaffen.

 

Seminarteilnehmer skizzieren ihre Ideen auf die Tischdecken aus Packpapier. Die Aura der Kunstsammlung inspirierte das World-Café: Tischkunst beim Seminar

Die Aura der Kunstsammlung inspirierte das World-Café: Tischkunst beim Seminar.

 

Fortsetzung folgt.
Unter dem Titel „Erfolgreiches Management von Absorptive Capacity“ am 27. September 2010 in Berlin.

 

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe „Innovationsforum“ gibt Ihnen gerne Dipl.-Soz. Anja Mante (Koordination) unter:
anja.mante@fu-berlin.de.

Einen Essay von Prof. Dr. Georg Schreyögg, Freie Universität Berlin, "Absorptive Capacity – Konzept und Bestimmungsfaktoren"
können Sie hier als PDF herunterladen.

 


Thema "Absorptive Capacity"


In den zunehmend unsicheren und schnelllebigen Zeiten, in denen sich Unternehmen heute befinden, werden der Zugang zu Wissensquellen außerhalb der eigenen Unternehmensgrenzen und die Integration von externem Know-how ins Unternehmen immer wichtiger für den Unternehmenserfolg. Ein Schlüsselfaktor dabei ist die Absorptive Capacity, das Absorptionsvermögen eines Unternehmens. Es beschreibt die Fähigkeit, Wissen über Technologien und Märkte aus der Umwelt aufzunehmen und erfolgreich für die Entwicklung neuer Technologien und Produkte zu nutzen.

Besitzt ein Unternehmen eine hohe Absorptive Capacity in Form geeigneter Routinen der Wissensaufnahme, ist es in der Lage, umfänglich externe Informationen für Innovationen zu nutzen. Jedoch können verschiedene Hemmfaktoren - wie selektive Filter, Unternehmenskultur und Pfadabhängigkeit - die Absorptionskapazität eines Unternehmens erheblich mindern.

Für das Innovationsforum wissenschaftlich verantwortlich: Prof. Dr. Georg Schreyögg, Wirtschaftswissenschaftler an der Freien Universität Berlin

Soweit die Theorie. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Wie erkennen Unternehmen relevante Informationen und Wissen aus der Umwelt? Wie sind die Prozesse und Strukturen der Wissensaufnahme in der Unternehmenspraxis gestaltet? Welche unterschiedlichen Praktiken haben sich etabliert? Wie können Unternehmen Hemmfaktoren identifizieren und strategisch darauf einwirken?

 

Fortsetzungsreihe Absorptive Capacity -
Schlüsselfaktor der Innovationsfähigkeit

Diesen Fragen - an der Schnittstelle zwischen theoretischer Wissenschaft und gelebter Praxis - wird die zweiteilige Fortsetzungsreihe "Absorptive Capacity - Schlüsselfaktor der Innovationsfähigkeit" nachgehen. Die Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung setzt damit die Reihe der Innovationsforen fort, die 2008 zum Thema "Technologische und strategische Pfade" begann. In Zusammenarbeit mit der Daimler AG und dem Institut für Management der Freien Universität Berlin werden zwei Innovationsforen in diesem Jahr stattfinden.

 

4. Innovationsforum: Innovationsquelle externes Wissen -
Die Rolle der Absorptive Capacity
am 22. Februar 2010
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Georg Schreyögg
Institut für Management der Freien Universität Berlin

Der erste Teil der Fortsetzungsreihe widmet sich unter dem Titel "Innovationsquelle externes Wissen - Die Rolle der Absorptive Capacity" der Einführung in das Thema und der Analyse von Erfolgsfaktoren von Absorptive Capacity für Unternehmen.

Im Mittelpunkt stehen die Fragen: Was heißt Absorptive Capacity? Welche Praktiken umfasst das Absorptionsvermögen von Unternehmen? Welche Methoden und Praktiken der Wissensabsorption werden erfolgreich in der Praxis angewandt?

 

Programm


10.00-10.15 Begrüßung
Prof. Dr. Eckard Minx, Vorstand der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung

10.15-11.00

Einführungsvortrag
Konzept und Erfolgsfaktoren der Absorptive Capacity
von Prof. Dr. Georg Schreyögg, Freie Universität Berlin

11.00-12.30

Moderierte Tischdiskussionen -
Umsetzung und praktische Relevanz von Absorptive Capacity im Unternehmen

12.30-13.30

Mittagessen
im Haus Huth

13.30-16.00

Methoden und Praktiken der Wissensabsorption -
Berichte aus der Unternehmenspraxis

16.00-16.30

Kaffeepause

16.30-18.00

Diskussionen im World Café -

Identifikation und Vergleich von Praktiken
der Wissensabsorption im Unternehmen

18.00-18.30

Resümee der Diskussionsrunden
und Ausblick auf die Folgeveranstaltung

18.30-22.00

Abendprogramm
Tanz als permanente Innovation?

 

Kontakt


Dipl.-Soz. Anja Mante (Koordination), anja.mante@fu-berlin.de

 

Links & Downloads
Zum Thema "Absorptive Capacity" :

Einen Essay von Prof. Dr. Georg Schreyögg, Freie Universität Berlin, "Absorptive Capacity – Konzept und Bestimmungsfaktoren" können Sie hier als PDF herunterladen.

 

Zum Thema "Pfadforschung" der ersten drei Innovationsforen
in den Jahren 2008 und 2009

Link:
DFG-Graduiertenkolleg "Pfade organisatorischer Prozesse" (Pfadkolleg)
http://www.wiwiss.fu-berlin.de/forschung/

Download:
Zu den Innovationsforen "Technologische und strategische Pfade"
sind drei Essays erschienen:

Prof. Dr. Georg Schreyögg
"Wie Unternehmen pfadabhängig werden"

Prof. Dr. Jörg Sydow
"Wie Unternehmen Pfade erkennen und brechen können"

Prof. Dr. Martina Eberl
"Pfadmonitoring: Wie Unternehmen Pfadabhängigkeit vermeiden können"

Sie können die drei Essays hier herunterladen (PDF 1,5 MB).