Köpfe statt Themen?

Personalisierte Kommunikation in Wirtschaft und Gesellschaft

Leitung: Prof. Dr. Andrea Roemmele, Bruchsal

19.-20. Januar 2007

 

Wirtschaft und Politik sind zwei unterschiedliche, jedoch voneinander abhängige Systeme, mit unterschiedlichen Akteuren,   Kommunikations-  sowie Handlungslogiken. Die freie Wettbewerbsordnung demokratischer Gesellschaften hat dennoch zu strukturellen Ähnlichkeiten beider Systeme geführt.

Zwang zur Werbung

Dass Unternehmen für ihre Produkte und Dienstleistungen bei den potentiellen Käufern werben und diese auch langfristig binden wollen, ist bekannt. Dies gilt mittlerweile auch für die Politik: Mit der steigenden Zahl der Wechselwähler müssen auch Parteien verstärkt um die Gunst der Wähler kämpfen.

Der "information shortcut"

Dabei lässt sich die Personalisierung von Kommunikation mit dem Ziel der Kunden- und Wählerbindung in beiden Systemen klar festmachen. Personen sind in den Medien - vor allem dem Fernsehen - deutlich einfacher zu übermitteln als komplizierte Unternehmensstrategien oder Parteiprogramme. Bei den Kunden bzw. Wählern bietet personalisierte Kommunikation einen "information-shortcut": Über Personen vermittelte Information kann leichter in bestehende Wissensbestände einsortiert werden.

Topmanager als Medienstars?

Während die Personalisierung politischer Kommunikation in den Sozialwissenschaften seit einiger Zeit Gegenstand von Forschungsarbeiten ist, ist sie eine wissenschaftliche "Terra Incognita" in der Unternehmenskommunikation. Auf der Schnittstelle beider Forschungsdisziplinen lassen sich Fragen verorten, die einen interdisziplinären Dialog äußerst fruchtbar erscheinen lassen und das Potential für weiterführende Forschung bieten: