Prof. Dr. André Fischer
European Neuroscience Institute, Göttingen

Professor André Fischer während des Abendvortrags (Foto: Matti Hillig)
99 Prozent aller Alzheimer-Erkrankungen gehen nicht eindeutig auf genetische Dispositionen zurück, sind also nicht erblich bedingt. Das ist eine gute Nachricht. Denn da die Erkrankung weitgehend unabhängig von Erbfaktoren auftritt, können wir durch unsere Lebensweise ihren Ausbruch und ihren Verlauf beeinflussen. Hohes Alter gilt zwar als der bedeutendste Risikofaktor – im Alter von 85 Jahren erkrankt fast jeder zweite Mensch an Alzheimer –, aber bestimmte körperliche und geistige Aktivitäten sowie eine gesunde Ernährung können das Risiko vermindern.
Die biologische Grundlage dieser Wechselwirkungen sind epigenetische Mechanismen. Mittlerweile wurden zahlreiche molekulare Prozesse identifiziert, die dieses Zusammenspiel von Genen und Umwelt regulieren. Der Neurobiologe André Fischer untersucht die epigenetischen Mechanismen, indem er Verhaltensstudien an Mäusen mit genetischen Analysen ihrer Zellen kombiniert. Im Abendvortrag spricht er darüber, auf welche Art und Weise körperliches und geistiges Training bestimmte epigenetische Prozesse in der Zelle verstärken oder hemmen und welche Risikofaktoren – neben dem Alter –eine Rolle spielen, wenn Menschen an Alzheimer erkranken.
André Fischer ist Professor für Epigenetik und Neurodegenerative Erkrankungen am European Neuroscience Institute Göttingen. Der Leibniz-Preisträger erforscht dort die molekularen Prozesse, die Lern- und Erinnerungsprozessen zugrunde liegen – im gesunden wie im kranken Organismus. Vom Massachusetts Institute of Technology kommend, wurde der Alzheimer-Experte 2007 mit dem European Young Investigator Award ausgezeichnet und konnte seitdem seine Forschungsarbeit in Göttingen innerhalb des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) ausbauen.
Einen Artikel über André Fischer finden Sie auf der Informationsplattform biotechnologie.de:
„Im Profil – André Fischer: Hilft dem Gedächtnis auf die Sprünge“